Nicht nur die Maiwiese war an allen drei Tagen, vor allem am Sonnabendabend, gut gefüllt. Auch in und vor den Restaurants, Cafés und Läden im Bereich der Schleuse herrschte viel Trubel. Rund um den Plattenladen "Spielerei" wurde dort bei Cocktails und karibischer Musik bis in die Nacht getanzt.
Dabei hatte es am Jahresanfang noch so ausgesehen, "dass das Fest ins Wasser fällt", wie Bürgermeisterin Margitta Decker beim Fassbieranstich am Sonnabend betonte. Sie dankte Sozialamtsleiterin Jenny Loponen "für die unendliche Energie", mit der sie zusammen mit dem neuen Ausrichter Ulrich Reich das Fest "in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft hat". Reich war erst nach einer Ausschreibung gefunden worden, auf die sich niemand gemeldet hatte. Die vorherigen Ausrichter, Christoph Albert und Rainer Gehrmann, waren ausgestiegen.
Ins Wasser fiel auch nicht das Freitagsprogramm, obwohl es am frühen Abend heftig geregnet hatte und deswegen einige Besucher zu Hause blieben. Eine Sambashow aus Brasilien, die Band "Ageless" und Schlagersängerin Undine Lux heizten dem Publikum ein. Die Stimmung war ebenso gelöst wie am Sonnabend, dessen Höhepunkt die Show des Trios "Feuerregen" war, das mit diversen brennenden Elementen den Bereich vor der Bühne erleuchtete und viele noch wache Kinderaugen zum Funkeln brachte.
Am Sonnabendnachmittag standen die Woltersdorfer Vereine im Mittelpunkt, die an diversen Ständen ihre Arbeit vorstellten, während Chöre aus dem Ort für die musikalische Untermalung sorgten. Der Mittelstandsverein Woltersdorf machte eine Tombola für die Fußball-Bambinis, also die jüngsten Spieler des SV Woltersdorf. "Sie brauchen Trikots", erklärte Vereinsvorsitzender Wilhelm Diener, der zusammen mit seiner Frau Gabriele, Bärbel und Gerd Salzwedel und Maria Hildebrand den Verkaufsstand managte. Am Ende kamen 145 Euro herum, zusätzlich spendete der 45 Mitglieder starke Verein 100 Euro und ein Feuerwehrbuch an die Jugendwehr. Nebenan stellte sich der Seniorenbeirat den Fragen der älteren Festbesucher. "Die Leute wünschen sich mehr Bänke in Woltersdorf und sauberere Wartehäuschen für die öffentlichen Verkehrsmittel", erklärte Beiratsmitglied Silvana Ponsel.
Die auffälligsten Festbesucher waren Belinda und Thomas Wolf. Sie im Brautkleid mit Schleier, er im Anzug. Am Vormittag hatten sie in Erkner die Taufe ihres Sohnes Emilio (zehn Monate) gefeiert und dazu Familie und Freunde aus ganz Deutschland eingeladen. "Dass wir danach im Woltersdorfer Rathaus heiraten, wusste vorher nur meine beste Freundin", sagte Belinda Wolf. Der Spaziergang nach Kaffee und Kuchen mit der Hochzeitsgesellschaft wurde dann auf die Maiwiese verlegt, wo sich das Paar an einem Malwettbewerb mit Schulstühlen des Vereins "Kulturhaus Alte Schule" beteiligte. Dass das Fest diesmal auf der Wiese stattfand, war das große Glück für die Wolfs. Dadurch war in den Flakenseeterrassen noch ein Raum für ihre Feier frei.
Ausrichter Ulrich Reich war zufrieden mit dem Fest. "Von Besuchern und der Gemeinde hatten wir nur positive Rückmeldungen und würden gerne nächstes Jahr weitermachen. Die Maiwiese ist der richtige Ort", sagte er. Das fand auch Besucher Andy Zawadzky. "Mir gefällt es hier besser als an der Schleuse, dort ist zwar das Panorama schöner, aber es gibt auch mehr Verkehr." Michael Schierz bemängelte, dass es zu wenige Angebote für Kinder gab. Der geeignetere Ort ist für ihn die Schleuse. "Dort gibt es das Flair, das Woltersdorf ausmacht."