Aus Liebe zur Natur und zum leckeren Honig entdeckt so mancher die Imkerei als Hobby. Wie der Start zu bewerkstelligen ist, darüber sprach Anke Beißer mit der Bienenwissenschaftlerin Dr. Pia Aumeier.

Frau Aumeier, liegt das Imkern wirklich im Trend oder trügt der Schein?

Unsere Einsteigerkurse waren schon vor 20 Jahren gut gefüllt. Generell sank aber die Zahl der Imker. Sie waren zu 95 Prozent männlich, Altersdurchschnitt fast 70 Jahre. Erst die Bienenvölkerverluste im Winter 2002/2003 aktivierten das öffentliche Interesse an den summenden Honigproduzenten. Nun steigen die Imkerzahlen wieder. Etwa 20 Prozent sind heute weiblich und der Altersdurchschnitt sank auf etwa 58 Jahre. Vielen Neueinsteigern geht es dabei nicht nur um ein einiges Völkchen. Sie installieren zum Beispiel Wildbienen-Nisthilfen und schaffen blühende „Unordnung“ zum Insektenschutz im Garten.

Was braucht es alles, um mit dem Hobby zu starten?

Besonders leicht gelingt der Einstieg mit zwei Jungvölkchen im Juni/Juli. Diese aber nicht im Internet kaufen, sondern Kontakt zu einem Imkerverein suchen. Oder, am besten einen guten Einsteigerkurs besuchen. Heute werden Einsteigersets von manchem Imkereibedarfshändler schon für etwa 250 Euro angeboten. Darin enthalten: eine moderne Bienenwohnung, Raucher, Handwerkszeug und Schleier.

Könnte auch ein Balkon der passende Platz für ein Bienenvolk sein?

Einen eigenen Garten braucht man nicht. Ich bewirtschafte mit meinem Mann aktuell über 200 Bienenvölker. Sie stehen in Schul- und Privatgärten, im Landesgartenschaugelände, am Wald- und Feldrand. Ein Balkon ist allerdings nur bedingt geeignet. Denn in der prallen Sonne sind Bienen dort mit Hitze von oben und unten konfrontiert. Sie müssten zum Kühlen der Brut literweise Wasser eintragen. Zudem verursachen Bienen eine Menge Müll und kleine, gelbe, stinkende Kotwürstchen. Im Garten ist das nicht schlimm, an der Hauswand schon.