118 Grundstücke hat das Wohngebiet, das auf den ehemaligen Teerwerks-Höfen 3 und 4 entwickelt wurde. Die Parzellen fanden reißenden Absatz - und so sind eine Menge neuer Bürger dazu gekommen. Thomas Krüger, eines der fünf Gründungsmitglieder der Initiative, ist - ganz klassisch - mit seiner Familie aus Treptow nach Erkner gezogen. Bei den Treffen ging es zunächst ums Kennenlernen und um praktische Nachbarschaftshilfe: "Wer kann einen Bohrer ausleihen, wer hat Erfahrungen mit einem Bodenleger?" - solche Beispiele nennt Krüger. Es geht aber auch um grundsätzlichere Fragen der Entwicklung des Wohngebiets. Krüger, selbst Vater von zwei kleinen Kindern, schätzt, dass es in der Siedlung um die 30 Kinder im Alter unter drei Jahren gibt. Da ist das Thema Spielplatz ziemlich weit oben auf der Agenda. Dass es ein Versäumnis war, keinen Spielplatz im Bebauungsplan vorzusehen, hat Vize-Bürgermeisterin Kristina Althaus schon einmal eingestanden. Krüger sagt, er stehe im Kontakt mit dem Bauamt, das noch einen Standort im Norden von Erkner suche.
Ein anderes Thema, bei dem Krüger und Mario Hausmann, ebenfalls Gründungsmitglied, Schwierigkeiten sehen, sind der Verkehr und der Straßenbau. Die noch nicht fertig errichteten Baustraßen sind schmal, parkende Fahrzeuge würden rasch mal den Weg verstellen. Dann ist da noch die Sache mit den Zufahrten. Noch führen zwei Straßen ins Wohngebiet, der Flakenseeweg von der Woltersdorfer Landstraße aus und die Rütgersstraße mit ihren gewerblichen Ansiedlungen. Diese Zufahrt soll im Interesse des Lärmschutzes geschlossen werden; die Kehrseite davon wäre, fürchten Krüger und Hausmann, dass der doch erhebliche Verkehr zur neuen - dringend benötigten - Kita morgens und nachmittags die schmalen Straßen verstopft. Eine Lösung könnte eine neue zweite Zufahrt sein, schwebt den Siedlern vor, zum Beispiel vom alten Tewe-Heizhaus in Richtung Waldpromenade.
Die Gemeinschaft im Wohngebiet sei rasch gewachsen, sagt Krüger. "Alle sind neu, suchen Anschluss - da ist man schnell beim Du. Manche treffen sich auch zum Skatspielen." Alle sechs bis acht Wochen kommen die Initiativmitglieder zusammen. Durch Mario Hausmann, der sich in Sachen Lärm engagiert und als Parteiloser für die Linke zur Kommunalwahl antritt, sei man verstärkt auf das Thema Lärm, vor allem auch Fluglärm, aufmerksam geworden, sagt Krüger. "Wir waren vor dem Kauf auch mehrfach hier und haben kein Flugzeug gehört." Laut Bebauungsplan sollte bei ihm nur Vogelgezwitscher zu hören sein - Krüger wusste nicht, dass der Bebauungsplan nur Bodenlärm beschreibt. Inzwischen ist ihm klar, dass die Realität anders aussieht - und der Lärm bei Inbetriebnahme des BER noch zunehmen dürfte.
Hausmann ist übrigens nicht das einzige Mitglied der Interessengemeinschaft, das zur Wahl antritt - auch FDP-Einzelkandidat Maik Teupel gehört dazu.
Zu den laufenden Projekten der Interessengemeinschaft gehört eine Spendensammlung mit dem Ziel, das Gelände im Umfeld der DRK-Kita zu gestalten. "Wir hoffen, dass wir Material für eine Terrasse zusammenbekommen", sagt Krüger. Willkommen sei "alles, was die Gemeinschaft fördert".