Seit der Eröffnung der Alten Schule wächst sie stetig: die kleine Bibliothek im Obergeschoss. Seit rund 15 Jahren hat Woltersdorf keine Gemeindebibliothek mehr; damals wurden die maroden Blech-Container auf dem Delta-Gelände geschlossen. Heidemarie Brauer, die dort auch einige Zeit gearbeitet hat, war das Fehlen einer öffentlichen Ausleihe für Bücher immer ein Dorn im Auge. Die Woltersdorferin, die sich auch im Seniorenbeirat engagiert, hat mittlerweile mehr als 1700 Bände zusammen - vom Jugendbuch über Romane und Memoiren bis zum Nachschlagewerk. Der Grundstock stammt vom Berlin American Club, einem Klub, dem Heidemarie Brauer und ihr Mann angehörten, als sie noch im Sommer 1989 die DDR verließen. In jenen Jahren machte Heidemarie Brauer auch eine Fortbildung zur Bibliothekarin. 1997 kehrte das Ehepaar zurück nach Woltersdorf. Mit ihren Verbindungen nach West-Berlin hat Heidemarie Brauer Spenden der Gemeindebibliotheken Zehlendorf und Lankwitz losgeeist.
Heidemarie Brauer ist mittwochs von 9 bis 11 und freitags von 16 bis 18 Uhr da, um Bücher zu verleihen. In einem Zettelkasten erfasst sie alle Ausleihen. Eine vorläufige Bibliotheksordnung legt auch fest, dass 50 Cent pro Woche und Buch fällig werden, wenn die Ausleih-Frist von vier Wochen überschritten wird.
Das Angebot der Bibliothek hat nichts zu tun mit dem Bücherregal von Heidt-Immobilien, das - wie jetzt auch in Erkner an der Wollankstraße - auf dem Vorplatz der Alten Schule steht und teilweise mit Argwohn beäugt wird. Im Verein Kulturhaus Alte Schule, dem Heidemarie Brauer und die Bibliothek zuzurechnen sind, war das Aufstellen des Regals Gegenstand von Debatten. Heidemarie Brauer enthielt sich bei der Entscheidung.