Sie engagieren sich in der freiwilligen Feuerwehr, beim Verschönerungsverein, im Förderverein der Grundschule am Weinberg oder für das Kulturhaus Alte Schule: Wie in Woltersdorf zu Jahresbeginn üblich, sind Mittwochabend beim Neujahrsempfang verdienstvolle Frauen und Männer gewürdigt worden. Vorgeschlagen haben ihre Ehrung sowohl Vereine als auch Fraktionen der Gemeindevertretung. Einzelpersonen hatten ebenso die Möglichkeit, Menschen für eine solche öffentliche Auszeichnung zu empfehlen.
Die besteht in einem Blumenstrauß und einer von Bürgermeisterin Margitta Decker überreichten Urkunde. Der erste, der sie 2020 erhielt, war Siegfried Bronsert. Die Fraktion von Freien Bürgern Woltersdorf und FDP hatte sich für die Würdigung des langjährigen CDU-Kommunalpolitikers ausgesprochen.  Bernd Hildebrandt wurde für seinen Einsatz im Mittelstandsverein geehrt und Jana Sikmann-Leipzig als langjähriges Mitglied des Vereins Alte Schule. Dagmar Krenzke erhielt die Auszeichnung als Vorsitzende des Fördervereins der Bürgelschule und Bärbel Kawretzke-Hähner, weil sie sich seit Jahren im Verschönerungsverein engagiert. Günter Behrendt ist Oberbrandmeister, wird Atze genannt und ist als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr einer der Geehrten, konnte zum Neujahrsempfang allerdings nicht anwesend sein. Mit im Ratssaal war dagegen der 19-jährige Tamino Broschei, der seit zehn Jahren bei der Feuerwehr aktiv ist. Auf Vorschlag der Volkssolidarität schließlich sind Martha und Heinrich Bernhardt gewürdigt worden, sich in der Wohlfahrtsorganisation seit Jahren ehrenamtlich für die Belange Woltersdorfer Senioren einsetzen.
Wie wichtig ein Mit- statt ein Gegeneinander ist, hatte die Bürgermeisterin zuvor betont. Allenthalben sei zu beobachten, dass immer häufiger Standpunkte rücksichtslos gegeneinander ausgespielt werden. "Wichtiger wäre jedoch, sich lösungsorientiert um tragfähige Kompromisse zu bemühen, anstatt in rauem Ton zu fordern beziehungsweise abzulehnen", sagte Margitta Decker. Als Herausforderungen des neuen Jahres nannte sie etwa den wachsenden Zuzugsdruck. Steigende Grundstückspreise und eine unkontrollierte Verdichtung im Ort seien festzustellen. "Grundstücke werden geteilt und bebaut, und viele machen sich Sorgen, ob so der Charakter unseres Ortes erhalten bleibt." Aufgabe von Kommunalpolitik und Verwaltung sei es, durch Bebauungspläne für eine geordnete Wohnbebauung zu sorgen. Zudem könne die Gemeinde fordern, dass sich Investoren an Infrastrukturmaßnahmen beteiligen. Bedarf bestehe unter anderem auch an Einkaufsmöglichkeiten und Kinderbetreuungsplätzen in Schleusen-Nähe, an auch gut mit Kinderwagen und Rollatoren nutzbaren Gehwegen.
Vielfacher Gläserklang
Ihre Worte boten wie die Ehrenamtsehrung Gelegenheit zum Anstoßen, und ohnehin klangen im Ratssaal vielfach die Gläser – gefüllt mit Sekt, Bier, Wasser oder Saft. Die Woltersdorf nach wie vor sehr verbundene Entertainerin Dagmar Frederic feierte mit, aber auch der neue Hospiz-Geschäftsführer Walther Seiler, die neue Hausärztin Annett Matschke, Pfarrer Matthias Trodler, viele Gemeindevertreter und Vereinsmitglieder. Gefragte Gesprächspartner waren auch Detlef Bröcker und Sebastian Stahl als Vertreter der Woltersdorfer Straßenbahn.