Sie bergen gewaltige Schätze, die Museen des Landes Brandenburg. Kein Wunder, dass es gelegentlich auch Diebe auf die Exponate abgesehen haben. Wobei sich nach Beobachtung von Susanne Köstering, der Geschäftsführerin des Landesmuseumsverbandes, der Dieb von Ausstellungsobjekten vom gewöhnlichen Langfinger etwas unterscheidet. "In den meisten Fällen geht es ihm nicht darum, die gestohlenen Stücke möglichst schnell zu verkaufen. Sondern wer aus einem Museum etwas mitgehen lässt, steckt die Objekte in der Regel aus persönlichem Interesse am Ausstellungsgegenstand ein." Also zum Beispiel, um eine eigene Sammlung zu vervollständigen. "60 Prozent unserer Schadensfälle sind Diebstähle", klärt die Geschäftsführerin auf. Einer der spektakulärsten Fälle in Brandenburg war der Einbruch in ein Museum in Gusow-Platkow im Oderbruch. Damals wurden wertvolle Militaria gestohlen, die jedoch zum Glück wieder aufgetaucht sind.
Gisela Schuldt, die Vorsitzende des Woltersdorfer Verschönerungsvereins, hörte bei den Ratschlägen zur Diebstahlsicherung aufmerksam zu. Ihr Verein betreibt das Heimatmuseum unter dem Dach der Alten Schule. Das Haus ist allerdings - ebenso wie die meisten anderen Museen im Landkreis Oder-Spree - vergleichsweise gut gesichert.
Die rund 30 Teilnehmer an der Weiterbildungsveranstaltung informierten sich auch über Hochwasserschutz. 2004, beim "Wunder von Mühlberg" an der Elbe, wäre das dortige Städtische Museum um ein Haar den Fluten zum Opfer gefallen.
Man habe die Woltersdorfer Alte Schule als Veranstaltungsort gewählt, weil dort die Räumlichkeiten gut geeignet seien und weil man neugierig auf die Gestaltung des Heimatmuseums gewesen sei, sagte Verbandsgeschäftsführerin Susanne Köstering. Frühere Weiterbildungsveranstaltungen fanden zum Beispiel im Stadtmuseum Fürstenwalde statt. Nach der Verköstigung mit einer kräftigen Kartoffelsuppe begab sich die Gruppe gemeinsam in die oberen Stockwerke des Gebäudes, um sich unter anderem die Ausstellung zur früheren Schule, zur Ortsgeschichte und zur Erdbeschaffenheit in der Region anzuschauen. "Liebevoll gestaltet", lautete das Urteil von Susanne Köstering.
Da einer der Referenten ausgefallen war, sprang der Woltersdorfer Bestattungsunternehmer und Hobby-Historiker Gerald Ramm mit einem Bildervortrag über "Hollywood in Woltersdorf" ein. Unterstützt von dem Erkneraner Stadthistoriker Frank Retzlaff trug er vor, wie sich auf dem Gebiet der beiden Orte Woltersdorf und Rüdersdorf nach 1900 ein florierendes Filmgeschäft entwickelte. Mit spektakulären Bildern von Filmproduktionen wie "Tiger von Eschnapur" und "Das indische Grabmal" sowie mit Anekdoten unter anderem über den Produzenten Joe May unterhielt er das Fachpublikum. Es dankte ihm für seinen kurzweiligen Vortrag mit lebhaftem Beifall.