In der Parkstraße 28 unterhält Schöneiche eine Obdachlosenunterkunft. Bislang musste jede Person, die dort Zuflucht fand, 7 Euro pro Tag bezahlen. Künftig sind es 8,30 Euro. "Wir müssen die Kosten regelmäßig überprüfen und kalkulieren", erklärte Bürgermeister Heinrich Jüttner (parteilos) - dabei habe sich der neue Satz ergeben.
"Die Gebühr von 8,30 Euro ist im Vergleich zu anderen Unterkünften absolut moderat", sagt Reiner Krebs, Sozialarbeiter und Geschäftsführer der Brandenburger Wohnungsnotfallhilfe. Er betreut auch die Menschen in der Schöneicher Unterkunft. Im Erdgeschoss des Einfamilienhauses befinden sich dort zwei Zimmer, Küche und Bad. "Drei Männer leben dort", sagt Krebs. In der oberen Etage sei eines der beiden Apartments belegt.
Der Personenkreis derer, die von Obdachlosigkeit bedroht oder obdachlos sind, sei sehr heterogen, sagt Reiner Krebs. Dies spiegele sich in der Verweildauer. "Die Menschen haben ganz unterschiedliche Chancen, auf dem Wohnungsmarkt eine Bleibe zu finden - wobei es aber in Berlin-Nähe so gut wie keine freien bezahlbaren Einzimmer-Wohnungen gebe. Sogar Berufstätige suchen ab und an in der Unterkunft Zuflucht - etwa wegen eines Ehekonflikts, bestätigte Jüttner. In solchen Fällen zahlen die Betroffenen die Gebühr selbst. Habe jemand nicht die Mittel, komme das Geld vom Amt. "Manchmal wird auch gar nicht gezahlt, weil jemand zu krank ist, um zum Hartz-IV-Amt zu gehen - das hatten wir alles schon", hatte Jüttner bereits im Finanzausschuss geschildert, der die Gebühren-Erhöhung auch diskutierte. Die Gemeindevertreter stimmten der neuen Satzung zu.
Auch das Fahrservice-Angebot, das Schöneiche ab der zweiten Jahreshälfte für mobilitätseingeschränkte Menschen testen möchte, wurde befürwortet. Lediglich Andreas Bachhoffer (CDU/BBS/FDP) und Johannes Kirchner (NF/Grüne/FFW) waren dagegen. "Rufbus" dürfe der Service nicht mehr heißen, informierte Jüttner. Dies könne zu "rechtlichen Irritationen" führen, habe ein Gespräch mit Verkehrsverbund und Landkreis ergeben. Die Johanniter sind Anbieter. Sie, die Gemeinde und die Nutzer würden sich die Kosten teilen - laut Kalkulation 54 Cent je gefahrenem Kilometer und "Partei". 5000 Euro plant die Gemeinde dafür 2015 ein. Lutz Kumlehn (CDU/BBS/FDP) fragte, ob das Angebot nicht eventuell Taxi-Unternehmen Konkurrenz mache und vielleicht eine Ausschreibung nötig gewesen wäre. Jüttner sicherte zu, alles zu prüfen und den fertigen Vertrag der Gemeindevertretung vorzustellen.
Die Entscheidung, ob der Bau eines neuen Funktionsgebäudes für den Sportplatz vorbereitet werden soll, wurde vertagt. Ralf Steinbrück (SPD) hatte dies angeregt, da die Landesregierung derzeit an einem Förderprogramm für solche Investitionen arbeite. Auf Antrag des Bürgermeisters sollen über das Projekt zunächst die Fachausschüsse beraten.