Diese Ansage ist klar: "Das Mitbringen von Alkohol ist komplett verboten und führt zum sortigen Hausverbot." Der Satz ist Bestandteil einer neuen Hausordnung, mit der der Jugendclub Erkner auf eine härtere Linie gegen Randale und Drogen umschwenkt.
Hintergrund sind wiederholte Vandalismusschäden. In der Nacht zum 9. März eskalierte eine private Feier, zu der der Club vermietet war. Jugendliche zogen gegen Mitternacht vom Gelände durch die Friedrichstraße, zerstachen an elf Autos Reifen und richteten weitere Sachschäden an. Die Ermittlungen zu diesem Vorfall, der viel Aufsehen in Erkner erregte, dauern weiter an, teilte die Pressestelle der Polizei auf Nachfrage mit.
Auch vor dem Hintergrund der Vorfälle in Woltersdorf, wo es wochenlang Beschwerden über Ruhestörung und Vandalismus durch Jugendliche am Thälmannplatz gab, haben sich die Sozialarbeiter aus dem Jugendclub mit Vertretern der Kommunen Erkner und Woltersdorf zusammengesetzt. Dabei wurde beschlossen, "das Jugendclubgelände nach der Öffnungszeit und am Wochenende zu schließen", wie das Sozialarbeiter-Team mitteilte. Leidtragende sind Jugendgruppen, die mit den Vorfällen nichts zu tun hatten und ein großes Bewusstsein für den Jugendclub und dessen Erhalt haben, fußballinteressierte Kinder – und Jugendliche, sowie der FV Erkner – weil von der Sperrung das Kleinsportfeld auf dem Clubgelände betroffen ist.
"Wir fahren eine härtere Linie", bestätigte Falk Urzynicok, der Geschäftsführer des Vereins Future, der den Club betreibt. Urzynicok ist damit der Chef der Sozialarbeiter. Die neue Hausordnung, die jetzt schon am Tor aushängt, verbietet unter anderem  Zubehör wie leere Tütchen; wer nach Marihuana riecht, erhält Hausverbot. Illegale Drogen, stellt Urzynicok auf Nachfrage klar, waren natürlich auch bisher nicht erlaubt. Aber in einem Bereich, wo bisher die Maxime galt, das Gespräch zu suchen und sich mit Jugendlichen auseinanderzusetzen, sollen jetzt klare Verbote gelten. Definitiv werde es keine Feiern zum 18. Geburtstag mehr geben, "es sei denn, die Eltern sind vor Ort und passen auf". Da genau das bei den Jugendlichen unerwünscht sei, "fällt das in der Regel aus".
Parallel dazu bemühen sich Jugendliche aus dem Club darum, ein positives Beispiel zu geben. Zwei von den Älteren, die 21-Jährigen Lucas und Pascal, haben jetzt den behindertengerechten Aufgang zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) mit einem Graffiti verschönert, teilt die Stadt mit. Die beiden hatten im vorigen Jahr einen legalen Sprayer-Wettbewerb im Club für sich entschieden und dabei 300 Euro für Farbe gewonnen, außerdem eine Fläche, auf der sie sich betätigen durften.
In Woltersdorf richtet der Verein Kulturhaus Alte Schule am Montag, um 17 Uhr, eine Diskussion zu Jugend und Freizeit aus. Es soll darum gehen, welche Einrichtungen der Ort braucht. Eingeladen sind alle Jugendlichen.