Für das dreitägige Sommerfest hätte es kaum schlimmer kommen  können: Kühles Wetter, Nieselregen  und das Weltmeisterschaftsspiel  Deutschland gegen Schweden trafen am vergangenen Wochenende zusammen. Deshalb besuchten insgesamt weniger Woltersdorfer als erhofft die Maiwiese.
Ohne großen Festumzug ging es am Freitag um 17 Uhr direkt mit der Begrüßung durch den Moderator Michael Ehrenteit los. Die Stände ringsum offerierten für jeden Geschmack etwas – von Bratwurst bis Langos und von Bier bis Bowle. Kinderkarussell, Riesenrutsche und Bungee-Trampolin standen für die Kinder bereit. „Es ging verhalten los, bei  der Roland-Kaiser-Party am Abend war es dann aber voll“, berichtete der Moderator.
Der Sonnabend und Haupttag des Festes stand im Zeichen der Vereine und Initiativen, die sich auf der Bühne und an Ständen präsentierten. Er wurde bereits um 13 Uhr auf einer Fahrt mit der historischen Straßenbahn vom S-Bahnhof Rahnsdorf zur Schleuse von den Wododrums eingetrommelt – zum Erstaunen der Fahrgäste und der Passanten entlang der Strecke. Die trommelnde Truppe gibt es erst seit Februar; sie wurde von  Ina Drolsbach gegründet. „Wir sind die erste experimentelle Percussion-Band Woltersdorf-Schleuse Ost“, erklärte sie lachend. Im Repertoire haben die rund 25 Trommler bislang ein Stück, das sie in Variationen spielen. Mit ihren Auftritten in der Straßenbahn und später auf der Maiwiesenbühne bescherten sie dem Tag einen schwungvollen Start.
Nach dem traditionellen Fassbieranstich durch die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Marsand ging es auf der Bühne mit einer Überraschung weiter: Die elfjährige Ewa Abdel Ghani begeisterte mit dem Song „Granade“ von Bruno Mars das Publikum. Sie trainiert seit zwei Jahren ihre Stimme bei der Gesangslehrerin Helen Jahn im Kulturhaus „Alte Schule“. Es folgten Auftritte weiterer Musiker, von Karnevalisten und Chören. Henryk Pilz, Bürgermeister von Erkner, verfolgte als Gast das Programm. „Ich finde gut, dass das Fest wieder auf der Maiwiese stattfindet. Nur wenige Gemeinden haben so eine schöne Location“, sagte er.
Am Rand des Festgeländes nutzten einige Vereine die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen. Marcus Wendt vom EC-Jugendarbeit Woltersdorf  präsentierte Fotos und das neue Graffiti-Projekt der Kinder und Jugendlichen. „Sie werden das Wartehäuschen Fasanenstraße neu gestalten.“  Der Hospizverein „Polarstern“ warb um Spendengelder und Mitglieder. Für 2019 ist die Eröffnung des Hospizes in der Schleusenstraße avisiert.
Als Höhepunkte  für den Abend  waren eine Party mit der Frauenband „Die Gabys“ und eine Feuershow geplant. Kurzfristig hatte sich der Veranstalter Ulrich Reich durchgerungen, wegen des Fußballspiels einen Fernseher auf der Bühne zu platzieren und ihn nebenher laufen zu lassen. Aber es half nichts: Anders als am Vorabend blieben viele Besucher weg: Sie zogen Public Viewing anderswo oder den eigenen Fernseher vor. „Das war natürlich schade“, resümierte Ulrich Reich.