Knapp 70 Gäste wollen für zehn Euro Eintritt nun das Konzert der in Berlin lebenden Australierin erleben. Und sie sehen eine fast zierliche 34-Jährige mit E-Gitarre und Mundharmonika, die eigene Songs und Covertitel scheinbar entspannt in Wohnzimmer-Atmosphäre vorträgt.
Seit acht Jahren macht Georgie Fisher professionell Musik, über London kam sie nach Berlin. Ein eigenes Album ("Big City Howls", deutsch: "Großstadtlärm") hat sie aufgenommen. An zwei bis fünf Tagen in der Woche tritt sie auf - meist in Clubs oder Pubs. "Und jetzt hat sie den weiten Weg von Sydney über Berlin nach Woltersdorf gemacht", sagt Katrin Fleischer, die Vorsitzende des "Kulturhaus"-Vereins zur Begrüßung. Auf Empfehlung des Iren Elder Roche, der hier selbst schon drei Mal auf der winzigen Bühne stand, sei Georgie Fisher nach Woltersdorf gekommen.
Knapp moderiert sie ihre Lieder mit englischem Akzent an. Dann singt sie "London after midnight" ("London nach Mitternacht") oder "Suitcase" ("Koffer"). Eingängige Melodien untermalt von E-Gitarre, später auch von Mundharmonika. "Klingt gut", sagen die Besucher - oft im Alter zwischen 45 und 65 Jahren. Der Applaus ist sofort herzlich. "Danke sehr und prost", sagt die Künstlerin.
Die Gäste wippen mit. Die Bar ist gut besucht. Viele halten sich an Wein- oder Wasserglas fest während sie der mindestens angenehmen Stimme lauschen. "Ich habe die Gene meiner Mutter geerbt", lacht Georgie Fisher. Oft mit halb geschlossenen Augen interpretiert sie die Lieder. Sämtliche Titel sind englisch. "Vielleicht nächstes Mal habe ich einen Song auf deutsch, ich lerne noch", sagt sie. Entspannt und irgendwie gemütlich verläuft der zweistündige Auftritt. Sicher ist: Nach diesem Abend hat Georgie Fishers "Whisky mit Honig"-Stimme einige Fans mehr.