Tierliebe und Abwechslung
Dass der sieben Monate alte Alex regelmäßig im Haus anzutreffen ist und vielen Bewohnern wie Mitarbeitern Freude bereitet, hat mit Margret Martinez zu tun, genauer mit deren Tierliebe. "Ich wollte unbedingt wieder einen Hund", erzählt die "Alexa"-Betreuungsleiterin. "Aber ich wollte ihn mit zur Arbeit nehmen können." Das sollte sich für Mensch und Tier auszahlen: Der Hund wäre nicht so viel allein, und brächte zugleich Abwechslung ins Seniorenheim.
Die Geschäftsleitung stimmte zu. Also kam Margret Martinez zum dritten Mal in ihrem Leben auf den Hund, und nun gehen Alex und sein Frauchen gemeinsam zur Arbeit in die Berliner Straße.
Seit Alex gewissermaßen ein Diensthund ist, hat er viel dazugelernt, bescheinigt ihm nicht nur Margret Martinez. Neuerdings besucht sie mit ihm die Hundeschule in Herzfelde, aber schon zuvor zeichnete sich ab, wie gelehrig er ist. Wenn er, wie eine Zeit lang gern und häufig praktiziert, Menschen anspringt, reicht inzwischen ein etwas lauteres Wort und er steht wieder mit allen Vieren auf dem Boden.
Das mit dem Herumbeißen hat sich auch gelegt, seine Milchzähne hat er nämlich schon verloren. Alex lernt mehr und mehr, sich auf seine Umgebung einzustellen. Margret Martinez hat sich einen Hund seiner Rasse unter anderem deshalb ausgesucht, weil Australian Doodles als sehr anpassungsfähig gelten. "Der merkt, wenn ich nicht gut drauf bin", hat sie festgestellt und hofft aus einem bestimmten Grund, dass der Hund das bei den Senioren genauso hinkriegt. "Ihn dann bei sich zu haben, kann ein Trost sein."
Gut tun kann die tierische Gesellschaft aber auch ohne Kummer zu haben, findet zum Beispiel Gerda Zeh (84), die wie andere gern mit dabei ist, wenn Margret Martinez ihren Feierabend-Spaziergang mit Alex unternimmt. Am Tage führen ihn auch andere Mitarbeiter des Hauses aus: "Alexa"-Mitarbeiterin Svenja Thieme verbringt ihre Mittagspause inzwischen mit einer Hunderunde und findet das sehr entspannend.
Hygienische Bedenken gegen den Hund im Seniorenheim gab es übrigens nie. "Wir sind ein offenes Haus", sagt Margret Martinez. Selbstverständlich sei der Hund vom Tierarzt untersucht und geimpft. Dass er die Küchen nicht betreten darf, wisse er und halte sich daran. Aber sicher ist sicher. Wenn der Koch ihm begegnet, begrüßt er Alex stets mit: "Na, Du Schnitzel!"