Der Wald zwischen dem Wohngebiet Am Kurpark und dem Karutzsee in Erkner ist ein beliebtes Gebiet für Spaziergänger, Sportler und Hundehalter. Auch Gruppen der Kita Knirpsenhausen verbringen hier gerne Zeit. Sie alle müssen ihre Gewohnheiten für ein paar Tage ändern. Denn die Landeswaldoberförsterei bittet derzeit darum, das Areal zu meiden. Revierförster Michael Kraft, der interimsmäßig für das Waldstück zuständig ist, sagt, warum.
Der Wald hat in diesen Tagen nichts mit einer Oase der Erholung zu tun. Schwere Technik und Sägen arbeiten sich durch das Areal in Erkner und werden das in den kommenden Tagen weiterhin tun. Das Antlitz hier wird sich enorm verändern. Revierförsterei Michael Kraft nennt die Eingriffe schmerzlich – aber alternativlos. Der Revierförster kündigt an, dass etwa 300 Kiefern aus dem 4 Hektar großen Waldstück entfern werden müssen. Zwar seien das nicht alle, die gesunden blieben stehen, aber die Herausnahme sei schon erheblich.
Wird für mehrere Tage gesperrt: Im Wald zwischen dem Wohngebiet Am Kurpark und dem Karutzsee in Erkner stehen umfangreiche Fällarbeiten an – dann gilt für Spaziergänger: Bitte das Areal meiden.
Wird für mehrere Tage gesperrt: Im Wald zwischen dem Wohngebiet Am Kurpark und dem Karutzsee in Erkner stehen umfangreiche Fällarbeiten an – dann gilt für Spaziergänger: Bitte das Areal meiden.
© Foto: Anke Beißer

Sicherheit für Waldbesucher wegen maroder Bäume nicht mehr gegeben

Das Problem: Die Verkehrssicherheit sei in dem Gebiet nicht mehr gegeben. Schon im Vorjahr habe es vorbereitende Arbeiten gegeben, wurden die Rückegassen für die Harvester angelegt. Nun also legen die schweren Maschinen los. „Manuell hätte hier aus Sicherheitsgründen nicht gefällt werden können“, erklärt Förster Kraft. Die Kiefern, die gefällt werden müssen, seien überaltert, krank beziehungsweise so sehr geschädigt, dass sie für die Waldbesucher, aber auch den Verkehr auf dem Hohenbinder Weg eine Gefahr darstellen.
Einige der zu fällende Bäume werden nicht am Boden, sondern in zwei Metern Höhe gekappt – als künftiger Besiedlungsraum für Pilze und Insekten. Astwerk und Reisig werden zum Teil am Boden liegen bleiben. „Sie wirken dann als Wasserspeicher und sorgen für ein kühleres Klima am Boden.“
Gefährlich: Viele der Kiefern im Waldstück zwischen dem Wohngebiet Am Kurpark und dem Karutzsee in Erkner sind massiv geschädigt. Sie müssen gefällt werden.
Gefährlich: Viele der Kiefern im Waldstück zwischen dem Wohngebiet Am Kurpark und dem Karutzsee in Erkner sind massiv geschädigt. Sie müssen gefällt werden.
© Foto: Anke Beißer

Wald ist über 150 Jahre alt

Der Wald ist laut der Überlieferung 154 Jahre alt und somit hat er eine Verjüngung dringend nötig. Da er schon gut mit Laubbäumen, vor allem Buchen, durchsetzt ist, muss hier nichts Neues angepflanzt werden. „Sind die kaputten Kiefern weg, werden sich die übrigen Bäume besser entfalten können und weitere Buchen, Eichen, Birken und Ahornbäume natürlich ansiedeln“, sagt Michael Kraft. Das werde sich rasch gut sichtbar widerspiegeln. Der Revierförster räumt ein, dass solch drastische Maßnahmen fürs Auge immer gewöhnungsbedürftig seien, ihr Effekt für die Erholung des Waldes aber vergleichsweise zeitnah erlebbar.

Kiefern sind überaltert und witterungsbedingt geschädigt

Dass es zu der Fällaktion kommen musste, ist nicht nur dem Alter der Bäume zuzuschreiben. Auch die Witterung, klimatische Veränderungen, vor allem die Trockenheit setzten den Gehölzen empfindlich zu, erklärt der Fachmann. Das wiederum begünstige den Pilzbefall, Ast- und sogar Stammbruch. „Der Mensch soll ja sicher auf den Wegen unterwegs sein können. Und eben das war nicht mehr gewährleistet.“ Aber: Grundsätzlich gelte weiterhin „Betreten auf eigene Gefahr“, da der Kurpark bei Erkner eine Waldfläche in Sinne des Waldgesetzes des Landes Brandenburg darstellt.