Zweizügig, also für je zwei Klassen pro Jahrgang, soll der zwei- oder drei geschossige Bau ausgelegt sein. Hort und Sportanlage werden integriert. Die Entscheidung, wo das wegen Platznot in der Erkneraner Löcknitzgrundschule so dringend benötigte Gebäude angesiedelt werden soll, war von Unwägbarkeiten begleitet. Dennoch wurde das Votum schließlich mit der übergroßen Mehrheit der Stimmen von 16 Abgeordneten. Gegenstimmen gab es keine.
Grüne enthielten sich
Lediglich die Fraktion der Grünen/Bündnis 90 hatte ihre drei Stimmen verweigert. "Wir können uns nur enthalten", erklärte Fraktionschefin Erdmute Scheufele, "denn ich finde es schwierig, ohne Studie oder ein Konzept zu entscheiden." Ihre Fraktion hatte bereits im Vorfeld Kritik geäußert hinsichtlich fehlender Informationen für eine "seriöse Grundlage" der Entscheidung.
Einige Fragen hätten die Abgeordneten noch mit geladenen Fachleuten aus dem Bildungsministerium und aus dem Frankfurter Staatlichen Schulamt klären wollen. Umso mehr löste es Bedauern und einige bittere Bemerkungen aus, als Bürgermeister Henryk Pilz bekanntgeben musste: "Die Gäste aus den Behörden haben abgesagt." So blieben die Stadtverordneten auf ihren Fragen beispielsweise zur Schulentwicklungsplanung und zum Platzbedarf für das Bauvorhaben zur Erweiterung der Morus-Oberschule sitzen.
Ringen um Informationen
Auch die Fraktion Die Linke kämpfte, um in letzter Minute noch von der Stadtverwaltung bereits im Sonderausschuss angeforderte Informationen zu erhalten. "Wie kommen Sie zur Aussage ‚Kurze Beine, kurze Wege’, wenn keine Zahlen da sind, wo genau in Erkner die zukünftigen Schulkinder herkommen werden?", fragte Silke Voges (Die Linke). Nachdem schon von Vertagen der Entscheidung die Rede war, schaffte Claudia Warmuth, in der Verwaltung für Bildung verantwortlich, das gewünschte Material doch noch herbei – und überreichte die Statistik mit den Wohnstraßen der in Erkner jüngst geborenen Kinder.

Schule im Grünen geplant


Allererste Entwürfe für die neue eineinhalb- bis zweizügige Schule Am Rund, vorgelegt von Erkners Bauamtsleiter Clemens Wolter, sehen ein zwei- bis dreigeschossiges Gebäude vor. Ein Hort für 160 Kinder wird integriert, eine Turnhalle mit Außensportanlage kommt hinzu. Die Freifläche für Pausen öffnete sich zur verbleibenden Grünanlage. Das bewaldete Areal Am Rund war ursprünglich als Erholungspark für die Bewohner des nach dem ersten Weltkrieg entstandenen Ensembles Bahnhofssiedlung geplant. Einzige Bebauung dort ist bislang der Gebäudekomplex der heutigen Förderschule, der früheren Polytechnischen Oberschule.  Mit der neuen Einrichtung wird ein weiteres Kuchenstück des ovalen Platzes bebaut, sein heutige baumreiche Charakter soll allerdings weiter erhalten blei-ben. kew