Sechs Füchse und einen Waschbär hat Sven Majewski vom Schöneicher Ordnungsamt in den vergangenen 14 Tagen tot aufgefunden. Der Verdacht auf eine Seuche lag nahe, am Freitagvormittag kam das Untersuchungsergebnis vom Veterinäramt, das den Verdacht bestätigte.
Bei der Staupe handelt es sich um eine von einem Virus hervorgerufene Krankheit, die zwar für Menschen ungefährlich ist. Sie kann aber leicht, durch Urin, Kot, Speichel oder Nasensekret, auf Hunde übertragen werden. Es kann mehrere Wochen dauern, bis ein ausgeschiedenes Virus abstirbt, sagt die Schöneicher Tierärztin Dr. Heike Wedell. So kann ein Hund das Virus auch am Wegesrand aufnehmen. Keine Gefahr besteht in aller Regel für die Hunde, die gegen die Staupe geimpft sind. Die Impfung muss einmal im Jahr aufgefrischt werden. Es gibt indessen keine Impfpflicht für die Hundehalter.
Werden Hunde von der Krankheit befallen, kann sie zum Tod führen. "Sie kann auch geheilt werden, aber sie kann dann auch zu lebenslangen Krankheiten führen", sagt die Tierärztin. In ihrer Praxis sei sie aber aufgrund der jetzigen Seuche noch nicht mit erkrankten Hunden konfrontiert worden.
Weil es sich nach Einschätzung der Gemeindeverwaltung um ein Seuchengeschehen handelt, bei dem unverzüglich gehandelt werden muss, um die weitere Ausbreitung zu stoppen, hat Bürgermeister Ralf Steinbrück zum Rechtsmittel der Allgemeinverfügung gegriffen. Ab sofort und bis auf weiteres gilt daher, dass Hunde im Gemeindegebiet an der Leine geführt werden müssen. "Der ausgeschiedene Hundekot ist mittels Plastiktüte aufzunehmen und in den im Ort befindlichen Abfallbehältern und im Hausmüll zu entsorgen", heißt es in der Verfügung, die am Freitag in Kraft trat.
Majewski kennt das Thema schon. "Das letzte Mal hatten wir das vor neun Jahren." Am Montag sollen an den Ortseingängen Hinweisschilder aufgestellt werden. Anders als damals, so Majewski, sollen jetzt alle Hundehalter in der Gemeinde angeschrieben werden, mit dem Text der Verfügung und einem Merkblatt. Darin wird ebenfalls auf die Möglichkeiten der Impfung hingewiesen, Erscheinungsformen und wichtige Symptome, die für einen Befall sprechen, werden erklärt. Die Zahl der gemeldeten Hunde liegt seines Wissens in Schöneiche bei etwas über 1000. Es sei klar, dass es keine flächendeckende Kontrolle geben könne, sagt Majewski auch. Er appelliert indes an die Eigenverantwortung der Halter.
In Woltersdorf war das Thema nach Auskunft von Ordnungsamtsleiterin Jenny Loponen am Freitag noch nicht bekannt. Anders als in Schöneiche, wo es keinen ständigen und regulären Leinenzwang gibt, müssen Woltersdorfer Hunde in drei Bereichen immer an der Leine geführt werden. Der erste ist das Neubaugebiet an der Berliner Straße, etwa zwischen der Straße An den Fuchsbergen und der Waldstraße, der zweite Bereich ist das Neubaugebiet an der Vogelsdorfer Straße, dort zwischen Vogelsdorfer und Karl-Holzfäller-Straße sowie der Ortsgrenze zu Schöneiche. Außerdem gilt der Leinenzwang im touristischen Schleusenbereich mit Strandpromenade und Maiwiese. So legt es die Woltersdorfer Ordnungssatzung fest.