Mit einer gut besuchten Gesprächsrunde zum Thema "Alt sein in Schöneiche" ist die dortige Seniorenwoche am Sonnabend zu Ende gegangen. In Woltersdorf hat der neu formierte Beirat aus der Woche schon wichtige Lehren gezogen.
Schwarze Schrift in kleinen Buchstaben auf hellbraunem Grund - das war nicht lesbar, schimpfte Christiane Karlsen-Mougios, neuestes Mitglied im Woltersdorfer Seniorenbeirat. Für die Zielgruppe, die Älteren, war die Schrift schlicht nicht zu erkennen. Die Herstellung des Flyers lag in den Händen des Vereins Kulturhaus Alte Schule. Vorsitzende Katrin Fleischer sagt, der Verein habe die Lektion schon gelernt - nächstes Jahr soll die Werbung anders laufen.
Rolf Teltow, maßgeblich an der Neugründung des Woltersdorfer Seniorenbeirats beteiligt, zog eine gemischte Bilanz der Woche. Voriges Jahr hätten mehr Ältere an dem Gespräch mit dem Bürgermeister teilgenommen, hat er beobachtet. Zu den wichtigsten Themen, die die Senioren umtreiben, gehört Mobilität. Das war auch im benachbarten Schöneiche bei der Gesprächsrunde am Sonnabend ein großes Thema, so der Vorsitzende des dortigen Beirats, Werner Lisowski. Um die 80 Zuhörer kamen nach seinen Angaben zum Helga-Hahnemann-Haus.
Bürgerbus und Bürgertaxi heißen zwei Stichworte, die in diesem Zusammenhang diskutiert wurden. In Woltersdorf, so Rolf Teltow, habe der Bürgermeister gesagt, dass dergleichen nur auf privater Basis laufen könne.
Die Schöneicher sind in Sachen Mobilität noch vergleichsweise gut dran, so Lisowski - aufgrund von Bussen und Straßenbahnen. Ein anderes wichtiges Thema in seiner Gemeinde war die Wohnungsfrage. Man begrüße sehr das Vorhaben einer Senioren-Wohnanlage in der Dorfaue, sagte der Beirats-Vorsitzende. Dort will ein Grünheider Investor zehn Millionen Euro investieren. Angesichts nahender Altersarmut sei aber darauf zu achten, dass genügend Wohnungen zu sozial verträglichen Preisen geschaffen werden. "Wenn ich da höre, dass es bei 7,50 Euro Kaltmiete losgeht, wird es wirklich kalt", so Lisowski. Sein Wunsch sei, eine Arbeitsgruppe "Wohnen im Alter" zu gründen. Als großen Vorteil sieht Lisowski es an, dass es inzwischen eine gute Zusammenarbeit des Beirats mit der Verwaltung und den Fraktionen der Gemeindevertretung gebe.
In Schöneiche machen die Menschen, die 60 Jahre und älter sind und als Senioren bezeichnet werden, nach Angaben von Lisowski rund 30 Prozent der Bevölkerung aus, in absoluten Zahlen sind das 3600 bis 3700. In Woltersdorf ist der Anteil ähnlich hoch.
In Erkner hat der Seniorenbeirat sein traditionelles Fest auf dem Gelände des Heimatmuseums veranstaltet; es war wiederum gut besucht.