Die Fledermaus einfach ihrem Schicksal zu überlassen, das brachte der Schöneicher Politiker Martin Berlin (Bündnis BBS-FDP-Schön) nicht übers Herz. Vor dem Rathaus fand er am Montagabend einer verletzte Fledermaus, die nicht mehr fliegen konnte. Er war gerade auf dem Weg in den Wirtschaftsausschuss. Doch dahin kam er letztendlich nur kurz, um sich abzumelden. Priorität hatte für ihn die kleine, in ein Tuch gehüllte Fledermaus in seiner Hand.

Gelenk des Flügels beschädigt

„Ich musste etwas tun und habe mich durchtelefoniert“, sagt Berlin. Doch ihm konnte auf die Schnelle weder Birgit Schürmann vom Naturschutzaktiv Schöneiche e.V. weiterhelfen, noch die ortsansässige Tierärztin. „Ich musste dann feststellen, dass es auch in der Nähe gar keine Wildtier-Auffangstation gibt, also bin ich zur Kleintierklink der Freien Universität nach Dahlem gefahren“, erzählt der Fraktionsvorsitzende. Dort gab er es in Behandlung. Die Tierärzte stellten fest, dass das Gelenk des Fledermaus-Flügels beschädigt ist. Es blieb zur weiteren Beobachtung in der Klinik und je nach gesundheitlichem Zustand werde entschieden, wie es weitergeht, hieß es.

Mehrere Fledermaus-Quartiere in Schöneiche

Welcher Art die Fledermaus war, kann Martin Berlin nicht genau sagen. Sicher ist aber, dass es 19 Fledermausarten in Brandenburg gibt und in Schöneiche laut Nabu vier davon vertreten sind: Kleine Zwergfledermaus, Abendsegler, Mausohr und Braunes Langohr.
In der Gemeinde gibt es auch ein Fledermaus-Quartier im Eiskeller am Rande des Märchenwaldes und im ehemaligen Zivilschutz-Bunker an der Bürgel-Schule – also ganz nah am Rathaus. Nur das Braune Langohr überwintert in Schöneiche. Die Art steht wie alle Fledermausarten auf der „Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten“.
Martin Berlin wird nicht erfahren, ob es die kleine Fledermaus geschafft hat. Darüber gibt die Tierklinik keine Auskunft. Auch moz.de erreicht die Klinik für Nachfragen nicht. „Zumindest hat sie eine Chance gekriegt und das war die bessere Variante als sie auf der Rathaus-Wiese liegen zu lassen“, sagt Berlin.