"Ich hänge mir jetzt dein Bild in den Spind", sagte der Woltersdorfer Kapitän Franz Biesel voller Anerkennung zu Metzner, der mit druckvollem Spiel seinen Fürstenwalder Kontrahenten fast zur Verzweiflung gebracht hatte. Mit nunmehr 15:1 Zählern verteidigte der Spitzenreiter seinen Vorsprung auf den ebenfalls weiter ungeschlagenen Rivalen aus dem Spielkreis LOS-Nord, für den es bereits die dritte Punkteteilung war: Auch gegen den TTV Eisenhüttenstadt und bei der SG Marx-dorf hatte der 1. KSV 64/90 unentschieden gespielt.
Drittes Remis der Domstädter
"Jetzt haben wir den angestrebten Aufstieg in die Landesliga selbst in der Hand. Ein Punkt war das Ziel, weil wir wussten, dass uns der Gegner spieltechnisch einfach überlegen ist", sagte Biesel. "Die meisten Akteure haben mehr Erfahrung, teilweise schon in höheren Ligen agiert", begründete der Woltersdorfer die Rolle als Underdog.
Im Duell des Tabellenersten gegen den -zweiten lief es dann anfangs auch gar nicht gut für die Gastgeber. Sie verloren beide Doppel, und da Patrik Thelen aufgrund einer langwierigen Knieverletzung nicht seine beste Form abrufen konnte, schienen die Spreestädtern beim Zwischenstand von 7:4 einem glatten Auswärtssieg entgegen zu steuern.
Doch die SVW-Routiniers Franz Biesel und Robert Noack wuchsen über sich hinaus, besiegten den favorisierten Olaf Plocke jeweils im Entscheidungssatz. Und da Noack auch gegen Peter Leiske sowie Metzner gegen Friedemann Schmidt mit dem knappsten aller Ergebnisse erfolgreich blieben, war die Partie bis zum letzten Ballwechsel offen.
So schlug also die große Stunde des Adrian Metzner, der eigentlich für die zweite Mannschaft der Woltersdorfer in der2. Landesklasse gemeldet war, sich aber dank seiner enormen Fortschritte in den vergangenen Wochen zum Leistungsträger entwickelt hatte. "Ich habe es schon befürchtet, dass alles von meinem Spiel abhängen würde. Jetzt bin ich natürlich froh, dass alles gut gegangen ist", gab der Youngster nach seinem Erfolg über den zehn Jahre älteren Leiske schmunzelnd zu. Die beiden Jüngsten ihrer Teams hatten beim Show down ansehnliches Tischtennis geboten – mit dem besseren Ende für die Einheimischen. "Ein großartiger Kampf und ein wichtiger Punkt, nachdem wir so schlecht ins Spiel gefunden haben", freute sich Robert Noack, der drei Einzelsiege beigesteuert hatte.
"Wir wollen immer gewinnen, nicht Unentschieden spielen", gab Friedemann Schmidt, der mit einer Gesamt-Bilanz von 15:5 Siegen beste Domstädter, unumwunden zu. "Aber wir haben viele Spiele unglücklich im fünften Satz verloren. Das Unentschieden geht völlig in Ordnung."
Am Sonnabend nach Eggersdorf
Nur die Meister der beiden Landesklasse-Staffeln qualifizieren sich direkt für die Landesliga. Die beiden Zweitplatzierten spielen in der Relegation den dritten Aufsteiger aus. Dem 1. KSV 64/90 Fürstenwalde bleibt nun vorerst nichts weiter übrig, auf einen Ausrutscher des Rivalen zu hoffen. Der Spitzenreiter bestreitet am Sonnabend das Randberlin-Derby beim Tabellenvierten Blau-Weiß Eggersdorf, der Verfolger empfängt den -sechsten Rot-Weiß Bralitz.

Statistik


SV Woltersdorf –1. KSV 64/90Fürstenwalde 7:7Doppel: Franz-JosefBiesel/Patrik Thelen – Peter Leiske/Rene Baer 2:3 (-9, -8, 9, 6, -6),Robert Noack/Adrian Metzner – Friedemann Schmidt/Frank Mücke 0:3 (-10, -7, -8)1. Einzelrunde:Noack – Leiske 3:2 (-9, 4, -4, 6, 9), Biesel – Olaf Plocke 3:2 (4, -5, -8, 4, 9), Thelen – Mücke 0:3 (-5, -12, -8), Metzner – Schmidt 3:2 (-8, 6, -8, 10, 8)2. Einzelrunde: Noack – Plocke 3:2 (-7, -6, 8, 11, 10), Biesel – Leiske 2:3 (-6, -7, 9, 6, -10), Thelen – Schmidt 1:3 (-8, 8, -7, -7), Metzner – Mücke 1:3 (3, -10, -10, -8)3. Einzelrunde: Thelen – Plocke 0:3 (-2, -7, -9), Noack – Schmidt 3:1 (-10, 6, 9, 3), Biesel – Mücke 3:0 (6, 12, 7), Metzner – Leiske 3:0 (9, 7, 10)