2020 besondere Vorzeichen
Es ist eine Tour, die in diesem Jahr in mehrfacher Hinsicht unter besonderen Vorzeichen stattfindet. Zum einen bremst die Corona-Pandemie viele Veranstaltungen aus und zwingt jenen, die stattfinden, ein besonderes Hygienekonzept auf. Zum anderen ist die Anti-Rassismus-Bewegung nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in vielen Ländern der Welt erstarkt. Und nicht nur Proteste gegen Rassismus erleben gerade große Unterstützung, auch Bewegungen gegen Sexismus, Antisemitismus und Ausgrenzung im Allgemeinen mobilisieren viele Menschen. Eigentlich freue er sich darüber, dass die Toleranz aller Menschen, egal welche Hautfarbe, Kultur, Religion, sexuelle Orientierung oder welches Geschlecht sie haben, in den Gesprächen thematisiert wird. Andererseits sei es aber eine traurige Entwicklung, dass wieder mehr darüber geredet werden müsse.
Start und Zielpunkt ist diesmal also das Erich-Ring-Stadion in Erkner. Die Strecke verläuft über Neu Zittau nach Königs Wusterhausen, Wolzig, Storkow und Grünheide zurück ins Stadion am Dämeritzsee. Nach der Anmeldung ab 7 Uhr setzt sich der von der Polizei begleitete Tross um 9 Uhr in Bewegung und wird gegen 15.30 Uhr zurück erwartet. "Wir sind ja eine Veranstaltung mit weniger als 1000 Teilnehmern, deswegen dürfen wir stattfinden", erklärt der Mitorganisator. Zuletzt lag die Teilnehmerzahl bei 150 bis 250. Da die Tour durch zwei Landkreise gehe – Oder-Spree und Dahme Spreewald – habe man die Genehmigung auch von beiden Landkreisen einholen müssen. Die Planung sei eine besondere Herausforderung gewesen, macht Grützner deutlich. Schirmherr ist auch diesmal wieder Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Eine Anmeldung zur Tour sei aufgrund der speziellen Situation sinnvoll. "Abstand halten ist auf dem Rad ja kein Problem und an den neuralgischen Punkten, wie bei der Eintragung in die Teilnehmerliste kann man ja einen Mundschutz tragen", erläutert Günter Grützner.
Dass die Wahl als Austragungsort für die Tour 2020 auf Erkner gefallen sei, sei übrigens einem Zufall zu verdanken. Im Vorjahr hatte die Tour im Stadion Station gemacht – just an Tag des Eltern-Schüler-Sportfestes der Löcknitzgrundschule. Bürgermeister Henryk Pilz erinnert sich, wie begeistert die Tour-Organisatoren von der Atmosphäre waren. Und so wurde auf dem kurzen Weg der Start-/Zielpunkt für die 2020er-Auflage auserkoren. "Wir sind gern Gastgeber. Wir sind ja eine tolerante Stadt", sagt Pilz. Er freue sich auf das bunt gemischte Radlerfeld. Ob er mitfährt, könne er noch nicht sagen. "Ich werde aber auf jeden Fall vorbei schauen", verspricht das Stadtoberhaupt.
Infos zur 19. Tour de Tolérance und Anmeldung unter www.tourdetolerance.de

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