"Der Fahrer hat überlebt. Das ist das Gute", sagt Landwirt Volker Schmohl. Er ist der Geschäftsführer der Dr. Lehmann GbR, der die Maschinen gehören. Von Traktor und Mähwerk ist nicht mehr viel übrig. Die verkohlten Reste lagen am Donnerstag noch auf den Gosener Wiesen bei Kaniswall. Dort sollte am Mittwochabend das Gras gemäht werden.
Während der Fahrer den Traktor steuerte, brach das Feuer hinter seinem Rücken aus. "Als er es roch und sich umdrehte, stand schon alles in Flammen", schildert Schmohl. Er geht von einem technischen Defekt am hinteren Mähwerk aus. Vielleicht habe auch ein Stein zum Funkenschlag geführt. Fakt ist: Gegen 18.30 Uhr loderten Flammen aus der Maschine.
"18.44 Uhr ging der Alarm bei uns ein", sagt Sebastian Schulze von der Feuerwehr Gosen. Als die Helfer zum Einsatzort fuhren, sahen sie die hohe, schwarze Rauchsäule über den Wiesen aufsteigen. Traktor und Mähwerk brannten in voller Ausdehnung. Die Gosener waren zuerst vor Ort und übernahmen die Einsatzleitung. Glück im Unglück: "Wegen des feuchten Untergrundes und der Windstille war die Gefahr der Ausbreitung gebannt", sagt Schulze. Die Löscharbeiten waren jedoch sehr schwierig. Die schweren Fahrzeuge konnten nicht zum Feuer vordringen. Über eine 1100 Meter lange Leitung wurde das Wasser an die Einsatzstelle transportiert. Zusätzlich musste ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen aufgebaut werden, um für Nachschub zu sorgen. Wehren aus Neu Zittau, Spreenhagen, Erkner, Markgrafpieske, Müggelheim, Köpenick und Treptow sorgten für den reibungslosen Ablauf. Die Polizei hatte zudem einen Hubschrauber angefordert, der am Himmel kreiste.
Gegen 22.30 Uhr beendeten die Feuerwehrleute ihren Einsatz. Für die Gosener war es der zweite am Tag. In de Nacht hatten sie bereits zwei Autowracks in den Gosener Bergen gelöscht.
Die Kreisverwaltung ruft speziell die Landwirte aufgrund der Hitze und Trockenheit zu vorbeugendem Brandschutz auf. Insbesondere wenn ihre Flächen an Waldgebiete stoßen, ist als Grenze ein Sicherheitsstreifen von zwei Metern anzulegen, der im Brandfall das Übergreifen der Flammen verhindern soll. "Erst dann dürfen die Erntearbeiten fortgesetzt werden", sagt Sprecher Mario Behnke. Er erinnert diesbezüglich an eine Allgemeinverfügung des Landrates aus dem Jahr 2007. Ab Waldbrandstufe drei ist diese verbindlich. "Auch wenn die Druscharbeiten bald abgeschlossen sein werden, sind bei der nachfolgenden Strohernte Gefahrenpotenziale für den angrenzenden Wald nicht zu unterschätzen", mahnt Gerd Piefel, Leiter des Kreis-Landwirtschaftsamtes.