"Wir wollten ein Lebenszeichen senden, zeigen, dass es uns noch gibt", sage die Chefin. Gut drei Monate Zwangspause ohne öffentliche Veranstaltungen liegen hinter dem Kulturhaus. Eine Zeit, in der den Mitarbeitern bewusst geworden ist, wie wichtig es Kulturliebhabern in der Region ist. Es habe immer wieder Nachfragen gegeben, berichtet Beate Simmerl. Und seit vor einer Woche die Karten für das Konzert von des früheren Stern-Meißen-Sängers Falkenberg am 26. September in den Verkauf gingen, haben die ersten Interessenten längst zugegriffen. "Das ist ein Sitz-Konzert", sagt Beate Simmerl. "Das kriegen wir im Saal so hin, dass die Abstände eingehalten werden können."
Anderes kann vorerst nicht stattfinden. Konzerte im Garten zum Beispiel. Mit Abstand vor der Bühne stehen, das sei kaum zu gewährleisten, macht sich Beate Simmerl keine Illusionen. Insofern kann sie Sonnabend fast froh sein über das nicht ganz so einladende Wetter, denn Musik gibt es da auch. Unter einem Zeltdach hat sich der Langschlenderer Christof Rose mit seinen Instrumenten eingerichtet und lässt die Besucher davor in seine atmosphärischen Klänge eintauchen. Die genießen, tanzen ein wenig oder halten ein entspanntes Pläuschchen.
Die Mitarbeiter haben indes schon neue Pläne. Demnächst soll es Kino in der Kugi geben. Als Erstes wird der Dokumentarfilm "Weit – Die Geschichte vom Weg um die Welt" gezeigt. Anders als sonst sollen die Kindertanzkurse in der Kulturgießerei im Sommer nicht pausieren. "Es bleiben viele zu Hause, da wollen wir etwas anbieten", sagt Beate Simmerl.
Wohl auch, weil Klagen wenig ändert, will sie ohnehin nach vorn schauen. Spurlos ist die Pandemie allerdings nicht an der Kulturgießerei vorbeigegangen. Um so dringender wartet das Team auf die beantragten Bundeshilfen von 10 000 Euro. Das Geld soll auch für den Infektionsschutz verwendet werden. Desinfektionsmittel bezahlt die Chefin derzeit privat.
Auf die Sorgen der Kulturschaffenden und Veranstalter verweist heute Abend die bundesweite Aktion "Night of Lights". Im ganzen Land wollen nach Angaben der Initiatoren in 250 Städten um die 3000 Institutionen teilnehmen. In Schöneiche werden Kulturgießerei, Rauhfutterspeicher und Schlosskirche mit rotem Licht angestrahlt. In Fürstenwalde werden Dom und Parkbühne beleuchtet.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.light-of-night.de und www.kulturgießerei.de