Wenn Kinder, Lehrer und Eltern nach den Sommerferien an die Bürgel-Grundschule zurückkehren, werden sie ein verändertes Umfeld vorfinden: Die Gemeinde lässt den Gehweg in der Prager Straße ausbauen. Wenn es nach der Gemeindevertretung geht, wird sich das Umfeld mittelfristig aber noch stärker verändern: In der Watenstädter Straße soll ein Jahr lang eine Einbahnstraßenregelung erprobt werden, um mehr Sicherheit für die Kinder zu schaffen.
Der Ausbau des Gehwegs auf dem Abschnitt zwischen Kieferndamm und Potsdamer Straße ist in vollem Gange. „Von 560 Metern sind 150 Meter drin“, sagt Thorsten Wölfer, Vorarbeiter der Seelower Firma, die den Auftrag der Gemeinde hat. Wichtig für den Schulbetrieb: Es handelt sich um die 150 Meter unmittelbar vor der Schule, auch das kleine Stück auf der Nordseite der Watenstädter Straße bis zum dortigen Schultor ist schon fertiggestellt. Am Mittwoch waren die Arbeiter dabei, den weiteren Einbau von Gehwegplatten in Richtung Kieferndamm vorzubereiten. Bis Oktober werde die Arbeit wohl noch dauern, schätzt Wölfer.
Dass in der Watenstädter Straße auf dem Abschnitt zwischen Wittstock- und Prager Straße eine Einbahnstraßenregelung erprobt werden soll, hat die Gemeindevertretung nach kontroverser Debatte vor der Sommerpause beschlossen. Sie folgte der Empfehlung einer Arbeitsgemeinschaft zur Schulwegsicherung. Hintergrund ist das seit Jahren beklagte Chaos im morgendlichen Schülerverkehr. Die Regelung sieht vor, dass der Abschnitt nur noch Richtung Prager Straße befahren werden darf. Ob es wirklich  dazu kommt, hat indes nicht die Gemeinde zu entscheiden, sondern das Straßenverkehrsamt des Kreises. Bürgermeister Ralf Steinbrück erhielt den Auftrag, dort den entsprechenden Antrag zu stellen und will das demnächst tun.
Den Antrag an die Gemeindevertretung hatten Vertreter aller Fraktionen eingebracht: Karin Müller (SPD), Karin Griesche (CDU), Margit Meyer (BBS/UBS), Bernd Spieler (NF/Grüne/Feuerwehr) und Fritz Viertel von der Linken, wobei Viertel inzwischen seinen Sitz in der Gemeindevertretung wegen Unklarheiten über seinen Wohnsitz aufgeben musste. Der junge Mann, der inzwischen wieder im Ort wohnt und nächstes Jahr zur Kommunalwahl wieder antreten will, nutzte die Fragestunde der Gemeindevertretung, um ausführlich für die Erprobung zu werben. Viertel berichtete von drei Beratungen im Bildungsausschuss, den er in dieser Zeit geleitet hatte.
Gegen die Erprobungsphase sprach sich Steinbrück aus. Er verwies auf den schlechten Zustand der Wittstockstraße, die bei der Regelung als Zufahrtstraße dienen müsste. Das ginge zu Lasten der Anwohner dort. Diskussionen gab es auch über den Umstand, dass der Umwelt- und Verkehrsausschuss das Thema nicht diskutiert hatte. Am Ende stimmten 15 Gemeindevertreter für den Versuch, drei dagegen und drei enthielten sich.