Wo genau läuft die Maserung? Bildhauerin Heidemarie Kasanowski zeigt Uta Dörsel die feinen Adern in dem ungefähr quadratischen Steinblock, den die Berlinerin bearbeitet. Auf dem Platz hinter der Schöneicher Kulturgießerei ist überall wildes Hämmern zu hören.
Sieben Teilnehmer haben sich bei der Volkshochschule Berlin-Lichtenberg zu dem dreitägigen Kurs „Skulpturen in Sandstein“ angemeldet, der am Dienstag begonnen hat. Mit Fäustel und Brillen als Staubschutz klopfen die Teilnehmer auf ihre Steine ein. Uta Dörsel ist zum ersten Mal dabei und begeistert. Sie hat sich vorgenommen, eine Vogeltränke als Skulptur zu schaffen. Ob die Maserung des Steins dabei mitspielt, wird sich noch zeigen. Ein alter Hase arbeitet mit ihr am gleichen Holztisch.
Reiner Schönlebe hat schon oft an den Kursen teilgenommen, die Heidemarie Kasanowski seit zehn Jahren in Schöneiche anbietet. Schönlebe hat einen Entwurf eines abstrakten Gebildes gezeichnet, das er dem Stein entlocken will. Als regelmäßiger Gast kennt er den Arbeitsort. „Ich liebe diesen Platz“, sagt er und schaut über die unbefestigte Fläche . Es wäre schade, meint er, wenn hier ein Parkplatz angelegt würde. Für die Besucher der Schlosskirche ist das indes vorgesehen.