Das Derby in der OSZ-Sporthalle Königs Wusterhausen zwischen der SG Prieros/KW und der TSGL Schöneiche II versprach wie in der Vergangenheit ein spannendes und von Emotionen getriebenes Spiel zu werden. Dabei gingen die Gäste mit breiter Brust, aber auch mit dem Druck einer ungewohnten Favoritenrolle in die Partie. Die vergangenen Begegnungen zwischen beiden Mannschaften hatten gezeigt, dass ein offener Spielausgang zu erwarten war. Dabei konnte Aufsteiger Prieros nach zwei Siegen in den beiden jüngsten Partien ebenfalls mit viel Selbstvertrauen ins Spiel gehen.
Einen Erfolg versprechenden Start lässt die TSGL II gerne mal vermissen. Die Vorbereitung aus dieses Spiel jedoch hatte Wirkung gezeigt: Mit viel Einsatz und Kampf erspielten sich die Schöneicher schnell einen Vorsprung. Nicht zuletzt wegen der guten Leistung von Diagonalangreifer Thomas Murach zogn sie auf 17:12 davon. Hingegen fand der Gastgeber trotz des großen Fan-Rückhalts nur schwer ins Spiel. Nach einer konzentrierten Leistung und guten Abwehraktionen stand letztlich ein 25:17 für die Gäste zu Buche.
Den zweiten Satz begannen die Einheimischen mit einigen personellen Wechseln. Diese hatte einen positiven Effekt, während sich bei den Schöneichern erste Fehler einschlichen. Der Favorit wackelte und musste sich mit 17:25 geschlagen geben.
Trotz dieses überraschenden Umschwungs der Partie kam innerhalb der TSGL-Mannschaft keine Unruhe auf. Konzentriert wurden in der Satzpause notwendige Anpassungen besprochen.
Beide Mannschaften schenkten sich auch weiterhin  nichts, während das Schiedsrichtergespann mit Wohlwollen hier und da einige nur schwer nachvollziehbare Punkte verteilte. So kam es, dass TSGL-II-Trainer René Jerratsch beim Stand von 18:13 für sein Team bei einem scheinbaren Schwächeanfall seine Wasserflasche fallen ließ, welche daraufhin in das gegnerische Feld rollte ... – was ihm die Gelbe Karte einbrachte.
Aber zurück zum Spiel. Dieses wurde immer ansehnlicher und wartete mit vielen guten Abwehraktionen und harten Angriffen auf beiden Seiten auf. Doch das schnelle Spiel der Schöneicher und eine solide Abwehr, oft getrieben von Libero Pascal Haase, waren nur schwer zu beantworten. So ging der dritte Satz wieder an die TSGL II.
Im vierten Durchgang erarbeitete sich diese beim 10:7 erneut einen kleinen Vorsprung. Doch die Prieroser zeigten noch mal, warum sie zu den vermeintlichen Angstgegnern der Schöneicher zählen, und glichen aus. Jerratsch gab sich wegen der Schiedsrichterentscheidungen erneut seinen aufgestauten Emotionen hin und sah die Rote Karte – plötzlich hieß es also 11:10 für die Gastgeber.
Vielen Mannschaften fällt es schwer, nach solch einer Wende wieder zurück ins Spiel zu finden. Anders die Schöneicher: Allen voran der am Ende zum MVP gekürte Außenangreifer Bastian Grothe übernahm Verantwortung und pushte seine Jungs noch einmal. Beim 19:22 schien es in den fünften Satz zu gehen, aber die Gäste zeigten Moral und bewiesen, warum sie an der Spitze der Tabelle steht, nutzten jede Unsicherheit des Gegners und hatten beim 25:23 tatsächlich die nächsten drei Punkte sichergestellt.
Nach einem spielfreien Wochenende ist am 25. November der SV Lindow-Gransee II in Schöneiche zu Gast.