Die Bauarbeiten an der Alten Schule gehen laut Bauamtsleiter Dietrich Joecks gut voran. Die Fassade ist fast fertig, innen sei zwar noch mehr zu tun, aber das Ziel, vor Weihnachten zum Schluss zu kommen, sei erreichbar.
Derweil scheint eine Vorentscheidung darüber gefallen, wer den Bereich übernimmt, der nicht vom Verschönerungsverein belegt wird. Bei einer Präsentation beider Bewerber im Hauptausschuss zeichnete sich ab, dass einer von beiden nicht in Frage kommt: das Sozialpädagogische Institut Walter May aus Berlin (SPI), das zur Arbeiterwohlfahrt gehört. Damit bleibt nur der Verein Kulturhaus Alte Schule übrig, der, wie sein Name es sagt, sich zu diesem Zweck gegründet hat. Damit es überhaupt eine Konkurrenz gibt, hat die Gemeindevertretung ein Interessenbekundungsverfahren auf den Weg gebracht – eine Ausschreibung, die sich dadurch auszeichnet, dass es kein Geld zu verdienen gibt.
Das SPI hat nach übereinstimmender Darstellung mehrerer Teilnehmer seine Bewerbung für das Begegnungszentrum, das zum Jahresende fertig sein soll, an Bedingungen geknüpft, die für Woltersdorf nicht zu erfüllen sind. So war von eineinhalb Personalstellen die Rede, außerdem sollte die Gemeinde für eine Grundausstattung sorgen und die Betriebskosten übernehmen, sagte Bürgermeister Rainer Vogel (Grüne). Allein die Personalkosten würden jährlich mit mehr als 70 000 Euro zu Buche schlagen – für Woltersdorf ist das nicht drin.
Das SPI ist auch für Frank Müller-Brys (SPD) ein professioneller Träger, der ganz anders herangeht als eine örtliche Initiative. Das will der Verein um Kathrin Fleischer sein, der auf ehrenamtliche Tätigkeit setzt. Aus ihrer Sicht ist noch keine Vorentscheidung gefallen – am Mittwoch tagt der Sozialausschuss zu diesem Thema. „Ich denke aber schon, dass die Gemeinde sehr zufrieden sein kann mit unserem Angebot“, sagte Kathrin Fleischer. Sie sei fortlaufend im Gespräch mit dem Verschönerungsverein, der im ersten Stockwerk seine Heimatstube wieder einrichten will. Über die Räume im Obergeschoss wird noch diskutiert. Kathrin Fleischer sagte, der Verein habe wenig Interesse, weitere Räume zu übernehmen.„Wir hätten mit den Räumen im Erdgeschoss genug zu tun“.