Schöneiches Bürgermeister Heinrich Jüttner und Mitarbeiter des Tiefbauamts haben am Dienstag den Zustand der Fahrbahn noch einmal genau unter die Lupe genommen. Zwar hat sich an der grundsätzlichen Einschätzung, dass sich die Straße in nicht befahrbarem Zustand befindet und deswegen vorläufig gesperrt bleiben muss, nichts geändert. Aber eine Notreparatur der schlimmsten Stellen sei möglich, war man sich bei der Begehung einig.
Vor allem geht es um ein etwa zehn Meter langes Stück Straße, das völlig ruiniert ist, aber auch um weitere Stellen der Schlaglochpiste. Der Reparaturauftrag geht nach Angaben des Bürgermeisters in der kommenden Woche raus. 10 000  Euro dürfte das notdürftige Herrichten kosten. Danach können Radfahrer die Straße wieder befahren.
Derzeit hält der Bürgermeister noch an dem Verbot auch für Radfahrer fest. "Tagsüber kann man wohl mit einigem Geschick die Löcher umkurven beziehungsweise anhalten und absteigen. Aber nachts, wenn man wenig sieht, ist das Fahren dort viel zu gefährlich", sagt er.
Auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge wird die Strecke freigegeben. Für Fuhrwerke des Münchehofers Michael Höse, der unter anderem Kutschfahrten für Hochzeitsgesellschaften zur Schlosskirche anbietet, soll noch eine Lösung gefunden werden. Trotz der Sperrung fahren zurzeit regelmäßig auch größere Fahrzeuge auf der Straße. Die Polizei kontrolliert zwar, aber Auto- und Radfahrer lassen sich bisher kaum davon abschrecken. Jüttner hat beobachtet, dass sogar Lastwagen von Münchehofe aus die Absperrung umfahren.
Die Straße bald wieder für den gesamten Verkehr freizugeben sei auf absehbare Zeit nicht möglich, sagt Jüttner. Dazu sei eine gründliche Reparatur nötig, was 25 000 bis 50 000 Euro kosten würde. "Und dann ist die Straße nach dem nächsten Winter erneut kaputt", befürchtet der Bürgermeister.
Ein Neubau der Strecke würde "400 000 Euro aufwärts" kosten. "Aber ich kann der Gemeindevertretung nicht empfehlen, einen solchen Beschluss zu fassen. Den Ausbau etwa der Berliner Straße im Ortszentrum halte ich für wesentlich wichtiger."
Bei der Sitzung der Gemeindevertreter hatte es kürzlich Kritik an der Schließung der Straße gegeben. "Die gesamte Vernetzung von Schöneiche mit Münchehofe ist in Gefahr", sagte der Vorsitzende der CDU-FDP-Fraktion, Andreas Ritter.
Der Kreis Oder-Spree will sich bei dem Thema zurückhalten. Pierre Labahn vom Amt für Kreisentwicklung weist darauf hin, dass es sich bei der verlängerten Straße Am Weidendamm um eine Gemeindestraße handele. Die Kommune müsse selbst entscheiden, ob sich die Strecke in einem befahrbaren Zustand befinde. Bürger, die mit der Entscheidung der Gemeinde nicht einverstanden seien und Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Sperrung hätten, könnten sich jedoch unter kreisentwicklung@l-os.de oder per Post an sein Amt wenden.