Nach dem derzeitigen Stand der Haushaltsplanung zeichnet sich in Woltersdorf ein Minus ab, das in den nächsten Jahren ansteigt. Fürs Gegensteuern kommt vor allem der Straßenbau in Frage.
Wenn heute Abend eine Entscheidung über den Ausbau von Kita-Kapazitäten fällt, hat sie in jedem Fall auch Kosten zur Folge. Kämmerer Gerd Tauschek hat dem Finanzausschuss am Dienstagabend einen Entwurf vorgelegt, der ohne die fragliche Förderung des Landes rechnet, dafür aber damit, dass der Markt im Ortszentrum gemietet wird. Dabei kommt ein Fehlbetrag von 67 000 Euro im laufenden Jahr heraus - bei einem Gesamtvolumen von rund 8,5 Millionen Euro. Mit dem geförderten Umbau der Weinbergstraße wäre das Defizit kleiner, wenn auch nicht bei Null. Die wichtigste Investition der Gemeinde in den nächsten Jahren, der Bau der Mehrzweckhalle durch den Eigenbetrieb Sport- und Freizeitanlagen, ist aber enthalten - 600 000 Euro sollen dieses Jahr, 2,17 Millionen Euro nächstes Jahr ausgegeben werden.
Das Minus erhöht sich in den Folgejahren deutlich - laut aktuellem Entwurf auf 260 000 Euro im nächsten Jahr und 2014 gar auf 415 000 Euro. Dazu trägt bei, dass 2014 der Schuldendienst kräftig steigt, um 120 000 Euro. Das hat mit Krediten für das städtebauliche Entwicklungsgebiet an der Vogelsdorfer Straße zu tun. Bei einem steigt die Zinslast, bei einem anderen beginnt die Gemeinde erstmalig mit der Tilgung. Es gibt aber nicht nur Bedrohliches. Frank Müller-Brys (SPD) sah im aktuellen Haushalt an mehreren Stellen noch Spielraum, von insgesamt bis zu 250 000 Euro.
Auf jeden Fall aber muss gespart werden. Tauschek stellte eine Liste von Positionen vor, die theoretisch für Streichungen in Frage kämen. Darauf standen 28 500 Euro für die Alte Schule - was praktisch heißen würde, dass nach der Eröffnung am Sonnabend am 1. Juni wieder abgeschlossen wird, wie Ausschuss-Vorsitzender Matthias Schultz (CDU) sagte. Auch die Förderung des Sportvereins in Höhe von 43 000 Euro soll nicht angetastet werden. Relativ leicht fiel allen, 8500 Euro für Laptops zu streichen, die für die Abgeordneten selbst hätten sein sollen.
Bleibt der Straßenbau. Zu den Projekten, die dem Kürzen zum Opfer fallen könnten, gehört die Straße Am Stolp, aber auch der Geh- und Radweg in der Schleusenstraße, für den es Sanierungsmittel gibt; die Gemeinde muss aber einen Eigenanteil stellen.
Außerdem könnte die Pauschalsumme von jährlich 80 000 Euro für Verkehrswegebau zur Disposition gestellt werden. Schultz sagte, wenn man zugunsten von Kindereinrichtungen auf Straßenbau verzichte, "kann ich das meinen Nachbarn auch gut erklären". Bürgermeister Rainer Vogel (Grüne) mahnte dagegen, man müsse außer an die Kinder auch an die älteren Bürger denken, die - zum Beispiel vor dem Krankenhaus - wegen der schlechten Wege Schwierigkeiten hätten vorwärtszukommen. Gestern Abend sollte der Bauausschuss beraten.