Katrin Fleischer, die Vorsitzende des Vereins Kulturhaus Alte Schule, hat das Bündnis gemeinsam mit Synke Altmann, der Werkleiterin des kommunalen Eigenbetriebs Sport- und Freizeitanlagen - zu denen die Maiwiese gehört - aus der Taufe gehoben.
In dem am Dienstag verabschiedeten Gründungsaufruf wird offen auf die bevorstehenden Wahlen Bezug genommen, insbesondere auf den Umstand, dass erstmals Jugendliche ab 16 Jahren an die Urnen gehen dürfen, um ihre Vertreter in den Kommunen und auf Landesebene zu bestimmen. Diese Jugendlichen sollen dafür gewonnen werden, "von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und ihre Stimme demokratischen Parteien zu geben", heißt es in dem Aufruf. "Woltersdorf soll eine weltoffene und tolerante Gemeinde sein."
Zahlreiche Organisationen aus Woltersdorf wirken mit, außer den schon genannten auch die Gesamtschule der FAW gGmbH, der Mittelstandsverein Woltersdorf, die Grünen, die Linke, Siegfried Bronsert, bislang CDU-Gemeindevertreter und jetzt Einzelkandidat, die Solidargemeinschaft zum Schutz vor Kriminalität, der SV 1919 Woltersdorf und die Volkssolidarität.
Eine Woche vor der Kommunalwahl, am 17. Mai, plant das Bündnis ein Konzert auf der Maiwiese, bei dem sich von 15 bis 22 Uhr Band-Auftritte und andere Aktionen abwechseln sollen. Einen konkreten Anlass, etwa Sorge wegen rechter Umtriebe im Ort, gebe es nicht, sagt Katrin Fleischer. In diesem Punkt ist sie sich mit dem örtlichen SPD-Vorsitzenden Holger Dymke einig, aber die beiden ziehen unterschiedliche Schlussfolgerungen daraus.
Katrin Fleischer argumentiert, man müsse ja nicht erst warten, bis etwas geschieht. Holger Dymke dagegen erkennt keinen Sinn darin, "auf Halde ein Aktionsbündnis vorzuhalten", wie er formuliert. Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten will indes keinen Zweifel daran lassen, dass die SPD nötigenfalls rechten Umtrieben entgegen treten würde. Er hätte diese Position auch persönlich beim Gründungstreffen vertreten, wenn er nicht verhindert gewesen wäre, sagte er. Für die CDU teilte ihr Vorsitzender Wolfgang Stock mit, sie beteilige sich nicht.
Auch nicht dabei gewesen ist das Woltersdorfer Bürgerforum (WBF). Sein Spitzenkandidat Stefan Grams betont aber, dass das WBF die Initiative gut finde. "Wir begrüßen das ausdrücklich." Über eine Mitwirkung müsse man allerdings erst noch in den eigenen Reihen beraten. "Wir werden Bescheid geben", stellte Grams in Aussicht.
Rockkonzert:
"Toleranz rockt - Woltersdorf für Weltoffenheit" ist der Arbeitstitel für das Konzert, das am 17. Mai, von 15 bis 22 Uhr, auf der Maiwiese steigen soll. Zugesagt haben nach Angaben der Veranstalter folgende Musiker:
¦ "YeoMen", eine fünfköpfige A-capella-Gruppe aus Berlin, die schon im Vorprogramm der "Ärzte" spielte
¦ Die Wolters, eine Rock'n' Roll-Coverband, die 2013 beim Dorffest in Gosen auftrat
¦ "Pearls of Trinity", eine dreiköpfige Band um den Sänger und Songschreiber Ramin Hesse
¦ "Die gierigen Hunde", eine Rock-Pop-Band, die oft mit Pearls of Trinity spielt
¦ Naema
¦ Franzi Horn
Weitere Ideen:
¦ Poetry Slam, gestaltet von Jugendlichen aus Woltersdorf und Umgebung zum Thema "Wahl" und "Selbstbestimmtes politisches Handeln"
¦ Gestaltung der Bühne mit selbstgestalteten Leinwänden, Unterstützung: Achim Weichhardt und Ute Postler
¦ Beteiligung der Woltersdorfer Schulen an der Gestaltung des Tages, besonders am Kinderprogramm
¦ Popkornmaschine