Monatelang haben die Schüler in ihrer Klasse über Kinderrechte diskutiert, sich schließlich auf das Thema Privatsphäre konzentriert, dazu ein Drehbuch geschrieben und einen etwa dreiminütigen Film gedreht. Die Handlung: Ein Schüler wird dabei erwischt, wie er im Unterricht mit dem Smartphone spielt. Seine Lehrerin nimmt ihm das Telefon ab und blamiert ihn vor der gesamten Klasse. Er ist hilflos und wütend über diese Situation. In der Hofpause bekommt er unerwartete Hilfe.
"Privats..... was?" haben die Woltersdorfer das Werk genannt. Den Anstoß zur Teilnahme an dem Projekt gab die Mutter von Miron Erping, der einer von drei Hauptdarstellern wurde. "Sie hat auch sämtliche Formulare ausgefüllt und mit der Gemeinde geklärt, dass sie uns 200 Euro für das Projekt gibt", sagt Klassenlehrerin Josephine Möhl. Sie unterrichtet Englisch und Sport. Mit dieser Fächerkombination hätte sie gar nicht so viel mit dem Projekt zu tun haben sollen - hatte es am Ende aber doch. Die junge Pädagogin erzählt begeistert von der Erfahrung mit ihren Schülern. "Die Kinder haben ganz demokratisch entschieden, wer was spielt." Den Dreh Anfang Dezember begleitete ein professioneller Kameramann. Das sei anstrengend gewesen, berichteten die Schüler, weil sie immer wieder das Gleiche machen mussten.
Lohn der Mühen: Am Donnerstag fährt die Klasse mit ihrer Lehrerin zur Aufführung ihres fertigen Streifens - den noch keiner in Woltersdorf gesehen hat - nach Potsdam. Dort werden insgesamt sieben Filme über Kinderrechts-Themen gezeigt, darunter auch einer der Fürstenwalder Sigmund-Jähn-Grundschule, die ihr Werk schon am Mittwoch präsentiert. Eine Jury wird den besten Film auswählen. Sämtliche Filme sollen später im Internet zu sehen sein.
Schirmherrin des Kinderrechte-Filmfestivals ist Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze. Der Film aus Woltersdorf läuft am Donnerstag im Thalia Kino Potsdam, Rudolf-Breitscheid-Straße 50, zwischen 9.30 und 12 Uhr. Eintritt: 3,50 Euro