Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) begrüßte die Gäste in der Aula der Grundschule "Menschenskinder". Vertreter von befreundeten Gemeinden und von Partnergemeinden waren gekommen, ebenso die Vize-Präsidentin des Landtags Brandenburg und stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Brandenburg, Barbara Richstein, und die Staatssekretärin des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg, Ines Jesse (SPD).
Fotos von den ehemaligen Grenzanlagen und ein kurzer Dokumentarfilm von Heide Gauert und Ines Evelyn Kuhnert versetzten die Gäste in die Vergangenheit. Bodo Oehme würdigte die Verdienste derjenigen, die sich damals mutig und selbstlos für die friedliche Revolution eingesetzt haben. Und er gedachte der beiden Toten im Grenzabschnitt zwischen Schönwalde und Spandau. Der 18-jährige Dietmar Schwietzer fiel 1977 im Kugelhagel von 91 Schuss Dauerfeuer. Drei Jahre später wurde der Postenführer Ulrich Steinhauer hinterrücks von einem flüchtenden Grenzsoldaten erschossen.
Mit der Öffnung der Grenze hatte dieser Schrecken ein Ende. Am Übergang Staaken fielen sich die Menschen in die Arme. "Eine derart große Freude habe ich in Deutschland danach nie mehr erlebt", stellte Bodo Oehme fest.
Der Spandauer Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, Jahrgang 1964, ist auf der Westberliner Seite aufgewachsen und sagte, er habe die Mauer damals nicht als echte Bedrohung empfunden. Beklemmend seien jedoch die Transitübergänge gewesen. Als die Grenze am 9. November überraschend geöffnet wurde, gab es im Spandauer Rathaus viel zu organisieren. Die Behörden haben jedoch mit Begeisterung und Enthusiasmus schnell reagiert.
Dietmar Späth, Bürgermeister der Partnergemeinde Muggensturm in Baden-Württemberg, erzählte vom Zusammenfinden der Franzosen und Deutschen beiderseits der dortigen Grenze. Nach dem Krieg sei die Situation vergiftet gewesen. Er betonte die besondere Bedeutung persönlicher Begegnungen, des Schüleraustauschs und der politischen Arbeit für das Zusammenwachsen von Ost und West.
Weitere Gastredner erzählten von ihren Erinnerungen an den denkwürdigen 9. November. Man hatte das Geschehen aus der Ferne erlebt oder war unmittelbar dabei gewesen, als Erwachsener oder noch als Kind. Die Dokumentarfilmerin Heide Gauert verlas die bewegenden Aufzeichnungen des Interviews mit einer Mutter, die gemeinsam mit ihrem minderjährigen Sohn in der Prager BRD-Botschaft Zuflucht gefunden hatte. Uwe Lübking vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, der den Mauerfall von München aus verfolgt hatte, mahnte: "Wir müssen in der heutigen Zeit aufpassen, dass wir das, was die Freiheit ausmacht, nicht wieder verlieren."
Mit dem gemeinsamen Gesang der Europahymne "Freude schöner Götterfunke" endete die Festveranstaltung nach etwas mehr als zwei Stunden.