Hallo Herr Feiler, Sie mussten in den vergangenen Wochen eine Auszeit aufgrund eines Zusammenbruchs sowie einer Operation in Kauf nehmen. Wie geht es Ihnen nun?
Uwe Feiler: Mir geht es soweit ganz gut. Natürlich bin ich noch nicht zu 100 Prozent fit. Ich muss aufpassen, es war schließlich auch ein schwerer Eingriff. Ich habe aber in Summe alles gut überstanden. Wir haben gute Ärzte, das weiß ich mittlerweile mehr denn je.
Stichwort Stressfaktor Bundestag: War das die Ursache für Ihren Kollaps?
Feiler: Ich hatte Stress gehabt, wenig Schlaf, viel Arbeit - das ist klar und auch nicht zu verachten. Das war aber nicht die Ursache für meinen Zusammenbruch, sicher aber ein begleitender Faktor.
Das Angiom in meinem Kopf, auch Blutschwamm genannt, hat mir zu schaffen gemacht und ist verantwortlich für meinen Kollaps gewesen. Es war ein epileptischer Anfall. Das tumorartige Gefäßknäuel muss ich schon, nicht wissentlich, seit meiner Kindheit gehabt haben, wie mir die Ärzte bestätigten. Das Angiom war eine tickende Zeitbombe. Ich bin natürlich sehr dankbar, dass meine politischen Freunde schnell reagiert haben und mir die Ärzte in Hennigsdorf und in der Berliner Neurochirurgie der Charité sehr gut geholfen haben, indem sie nach gleich zwei Operationen die tickende Bombe entschärft haben. Eine OP am offenen Schädel ist natürlich nicht angenehm, aber jetzt bin ich befreit. Die Operation ist wirklich sehr, sehr gut verlaufen. Seither hatte ich keinerlei Ausfälle.
Hat Sie der Vorfall dennoch mental aus der Bahn geworfen oder war es gar ein Schock für Sie als sie die Diagnose hörten?
Feiler: Mental hat mich der Zusammenbruch nicht aus der Bahn geworfen. Schicksalsschläge muss man annehmen. Es ist wichtig, immer positiv zu denken. Das habe ich getan - es hat mir geholfen. Ein Schock im eigentliche Sinne war es für mich gleichfalls nicht. Man rechnet einfach nicht damit.
Müssen oder werden Sie nun kürzer treten?
Feiler: Ich denke, ich werde auf Anraten meiner Ärzte zunächst dosiert wieder in den Politikbetrieb einsteigen. Mit anderen Worten: Ich werde mich etwas zurückhalten. Das heißt, bis Ende des Jahres werde ich ein Pensum, das zwischen 50 und 75 Prozent liegen wird, leisten können.
Eine Sechs-Tage-Woche mit 90 Tagen am Stück ohne Pause, wie vor meinem Zusammenbruch, möchte ich mir noch nicht zumuten. Im neuen Jahr werde ich mich dann aber wieder mit Volldampf in Berlin und für meinem Wahlkreis einsetzen. Ich will schließlich weiterhin viel bewegen.
Betrachten Sie das Leben nun mit anderen Augen?
Feiler: Nein. Ich bin schon immer ein Kämpfer gewesen und habe einen unbändigen Lebenswillen. Ich lasse mich nicht unterkriegen. Dennoch bin ich natürlich ungemein dankbar.Vor Schicksalsschlägen ist aber niemand gefeit.
Das kenne ich ja bereits, nachdem mich vor einigen Jahren bei Baumfällarbeiten eine Eiche beinahe komplett erschlagen hatte. Die Folge war ein Politrauma mit einer Beckenfraktur, Rippenbrüchen und angebrochenen Wirbeln - nun hatte es eben meinen Kopf erwischt. Aber auch das ist Geschichte.