So viel Trubel gab es an einem Novembertag wohl noch nie im Ketziner Strandbad. Rund 40 Ketziner waren am vergangenen Wochenende dem Aufruf einer Arbeitsgruppe gefolgt, die sich angesichts der jährlich auf mehr als 100.000 Euro pro Jahr gestiegenen Kosten Gedanken über Möglichkeiten zum Erhalt des beliebten städtischen Naturbades gemacht hatte. Während des Laubharkens auf der rund 25.000 Quadratmeter großen Fläche tauschten sie ihre Gedanken dazu aus, speziell auch über den Vorschlag der Arbeitsgruppe, einen Förderverein zu gründen.

Strandbad soll erhalten bleiben

Einhellige Meinung: Das Strandbad soll erhalten bleiben – wenn es für die Stadt bezahlbar bleibt. Dabei könnte ein Förderverein Unterstützung geben, beispielsweise durch die Organisation ehrenamtlicher Tätigkeit im Naturbad an der Havel, die Einwerbung von Spenden und die Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten. Noch während der Laubaktion erklärte sich Mathias Meißner von der Stadtverwaltung bereit, in seiner Freizeit ehrenamtlich als Rettungsschwimmer mitzuwirken.

Tägliche Öffnungszeiten sind wichtig

Worum es insgesamt geht, formulierte Sportbeauftragter Burkhard Severon so: „Das Strandbad muss in der Saison von Mai bis September täglich geöffnet werden und dort Schwimmunterricht der Schulen ebenso möglich sein, wie unter Anleitung Schwimmen zu lernen. Gelände und Toiletten müssen täglich gereinigt und die Einhaltung der Hausordnung überwacht werden“.

Badeaufsicht müsse gewährleistet sein

Auch Thea Hoedt, Vorsitzende des Seniorenrates, setzt sich für den Erhalt des Naturbades ein. Es sei bei den Ruheständlern sehr beliebt. Schließlich träfen sie sich hier allwöchentlich zum Seniorenschwimmen. Anke Bienwald setzt sich als Jugendbeauftragte ebenfalls für den Erhalt ein. Das sei wichtig für die Bürger. Es müsse aber eine Badeaufsicht gewährleistet werden, sagte sie und sorgte gemeinsam mit Jugendclubleiter Mike Kozak und einigen Jugendlichen gleichfalls für ein vom Laub gereinigtes Strandbadgelände.
Thomas Witkowski setzt sich nachdrücklich für das Strandbad ein. Er habe hier schon als Kind unter Aufsicht gebadet und seine Schwimmstufe gemacht. Allerdings musste er öfter „Papier pieken“, scherzte er. Und zwar immer dann, wenn er sich nicht ganz so korrekt an die Badeordnung gehalten habe und auch mal schräg vom Steg gesprungen sei.

Sondersitzung der Stadtverordneten

Nach gut einer Stunde lagen beträchtliche Mengen Laub zum Abtransport durch den Bauhof aufgetürmt. In einem kurzen Meeting fasste Burkhard Severon zusammen: „Die heutigen Meinungen werden wir in die Stadtverordnetenversammlung einbringen. Ich hoffe, dass wir in einer öffentlichen Veranstaltung im Februar den Förderverein gründen können.“ 24 der Anwesenden haben Interesse am Förderverein und möchten weiter informiert werden. Wie es 2021 weitergeht, wollen die Stadtverordneten am 23. November in einer Sondersitzung entscheiden.