"Es ist einerseits verständlich, dass Teile der Bürgerschaft eine stadtgebietsumfassende Diskussion möchten, im Ergebnis ist das jedoch nicht zielführend. Aus unserer Sicht wird es keine Standortdiskussion geben, wir haben schließlich alle vier möglichen Gebiete in Falkensee geprüft. Der Sachstand ist nicht umkehrbar", stellte Schröder klar.
Dass sich in der Gartenstadt die Bürgerinitiative "Pro Asyl Falkensee" gegründet hat, hatte er erwartet. "Das ist Demokratie. Wir nehmen ihre Anliegen auch ernst. Unter Einschluss der BI wollen wir mit Blickrichtung auf die Umsetzung weiterhin einen offenen und transparenten Prozess führen."Aber: "Zu sagen, ,Asylsuchende sind herzlich willkommen, aber nicht an diesem Standort', nutze und helfe jedoch nicht. Wir werden keine Verhinderungsdiskussion kultivieren." Die Problematik sei ihm jedenfalls kreisweit etwa in Rathenow bekannt, in Friesack hingegen sei die Entwicklung mit Blick auf die zum Ausdruck gebrachte "Willkommenskultur" erfreulich.
An den Landkreis herangetragene Vorschläge, etwa in den ehemaligen Elstaler Kasernen Asylsuchende unterzubringen, erteilte Schröder ebenfalls eine deutliche Absage. "Auf den ersten Blick mag das Charme haben, doch auf den zweiten Blick ist völlig klar, dass in einem Ruinen-Umfeld keine Flüchtlinge im Sinne eines Gettos leben sollten."
Die genaue Terminierung für die Bekanntgabe der neuesten Pläne erfolgt im Übrigen über die Stadt Falkensee. Sie soll nicht unnötig gestreckt werden. "Wir werden zur baulichen Umsetzung fast alles sagen können", so Schröder. Am Standort ist indes mit ersten vorbereitenden Baumaßnahmen begonnen worden. Das Grundstück soll in Gänze beräumt werden, inklusive der großen Steine und Fundamentreste. Büsche und Gestrüpp sind bereits entfernt worden.
Hier sollen die Wohnungen für rund 80 Flüchtlinge entstehen.Foto: Neubauer