Zunächst bewies Gsella, dass man eine katastrophale Urlaubsreise gut verarbeiten kann, sofern man sie irgendwie überlebt. Eine bissige Nacherzählung seines diesjährigen Familienurlaubs in Thailand brachte jedenfalls das Publikum immer wieder zum Grölen. So hatten die Vier wohl so ziemlich "alles falsch gemacht, was man falsch machen kann": Zunächst arbeitete die Klimaanlage im Flugzeug übereifrig am "Schockgefrieren" der sommerlich bekleideten Familie. In Thailand angekommen, sorgte ein Mittagsspaziergang am Meer über mehrere Kilometer ohne Sonnencreme für schmerzhafte Tage und schlaflose Nächte. Und "der erste Satz jedes Thailand-Reiseführers lautet: Speisen Sie nie, nie, niemals an Straßenständen, vor denen die Einheimischen Sie mit panischen Bewegungen und weit aufgerissenen Augen warnen. - Aber auf Reiseführer hören Spießer und keine Abenteurer!" Somit konzentrierten sich die Aktivitäten die folgenden Tage auf Magen-Darm-Probleme. Auf der Fährüberfahrt über das holperige Meer zur nächsten Insel wurde allen Europäischen Touristen schlecht, und sie leerten ihre Mägen an der Reling des oberen Decks "auf Abenteurer-Art". Leider waren unten die Fenster offen, und der Wind stand wohl etwas ungünstig. "Die Thailänder sind sehr gastfreundliche Menschen, aber nach den Kommentargeräuschen zu urteilen, waren sie nun doch ein bisschen verstimmt." Eine 16-stündige Nacht-Busfahrt in den Dschungel entpuppte sich ebenfalls als Tortur: Der Busfahrer fuhr wie ein Henker über die Schlaglöcher, und alles war eng und laut. "Erst als unsere Töchter zum 20. Mal erschreckt aufwachten und fragten, womit sie so eine Nacht und so ein Leid verdient hätten, nahmen wir uns ein Herz und schlugen sie ohnmächtig", behauptete Gsella grinsend. Nachdem bei einer kurzen Pause ganze Mückenschwärme ihren Weg in den Reisebus gefunden hatten, suchte Gsella Zuflucht auf der Bus-Toilette, die leider komplett dunkel war, aber zumindest geräumig schien. "Außer bei Schlaglöchern stieß ich beim Sitzen mit dem Kopf nur ganz leicht an die Decke. Und damit die Mücken und ich uns nicht unnötig beengt fühlten, hatte man Toilettenpapier und Waschbecken weggelassen."
Ein weiteres Schmuckstück seiner Satire-Prosa handelt davon, dass "Maria und Josef im Jahre eins vor Christus von ihrem Nachbarn eine Schachtel "Ferrero' zu Weihnachten bekamen", welcher ihnen zunächst die Begriffe "Süßkram" und "Weihnachten" erklären musste.
Und dann stellte Gsella endlich seinen neuen Gedichtband "Saukopf Natur" vor, in dem er auf satirische Art und Weise die Natur für alle Unannehmlichkeiten dieser Welt verantwortlich macht. "Niemand auf der Welt ist in die Natur so vernarrt wie die Deutschen. Kaum hört der Regen auf, gehen sie vor die Tür in ihre heiß geliebte Umwelt, um auf nassem Laub auszurutschen und sich eine grippale Infektion zu sichern oder im Sommer Hitzekoller und Sonnenbrand. Sie stellen sadistische Fluginsekten wie Hornissen oder Honigbienen unter Schutz und pflanzen neuerdings auch Wölfe und Bären in die Wälder, damit sie was Richtiges zum Weglaufen haben", erklärte er.
Ganz anders ist das Buch "Was macht das Blättertier denn hier" der Hamburger Fotografin Eva Häberle, das Thomas Gsella mit Gedichten anreicherte. Es lebt von den Bildern, die sie aus Pflanzenteilen gelegt hatte. Hier entstanden aus minutiös arrangierten Teilen der Natur (Blätter, Zweige, Steine, Blüten und Früchte) auf wundersame Weise Bilder, die das Herz berühren. Zu jedem einzelnen Bild hat Gsella Gedichte verfasst.
Am Samstag, 17. Dezember, kommt um 17 Uhr der bekannte Cartoonist Til Mette zur Satirelesung und "erklärt die ganze bescheuerte Welt am Beispiel von Tiercartoons", wie Krause verriet. (Infos unter www.satire-am-abend.de)