Empfangen wurden die Heimatfreunde in Päwesin von Mili Tulku Rinpoche, einem Mönch, der im Rang eines regelmäßigen Lehrers in der Klosterschule lebt. Er führte die Besucher in die Bibliothek des Klosters. Bücher und Möbel sind von einer großartigen Farbigkeit. Die Bücher sind vom eigenen Verlag der Buddhistischen Klosterschule herausgegeben worden. Sie sollen die authentischen Lehren Buddhas auch für den deutschen Sprachraum zugänglich und anwendbar machen. Die Bücher enthalten vor allem die klassischen Schriften der großen Klosteruniversitäten, daneben aber auch die Kommentare und Instruktionen der buddhistischen Meister. Sie sollen durch die Bücher für künftige Generationen erhalten bleiben.
In einem kurzen Gespräch mit den Ketziner Heimatfreunden erläuterte der Mönch den Sinn des Buddhismus. Der Buddhismus kennt keine gemeinsame tragende Organisation, kein allgemeines Oberhaupt, keine Dogmen, kein hierarchisches Priestertum und keinen Beitritt zum Buddhismus im allgemeinen Sinn. Der Buddhismus lebt, wenn an einem Ort interessierte Anwender, qualifizierte Lehrer und unterstützende Lehrer zusammentreffen. Als Buddhist kann sich jemand bezeichnen, der von der grundlegenden Auffassung der Lehre überzeugt ist, ihr vertraut und sie vertieft.
Durch verschiedene Projekte finanziert sich die Klosterschule. Allgemein bekannt in der Region ist der Bäcker. Daneben werden in einem kleinen Studio Friseurleistungen und Fußpflege angeboten sowie in einem weiteren Shop Dharmaliteratur und Kunsthandwerk. Weiterhin kommt finanzielle Unterstützung von "Wohltätern".
Nach einer Mittagsmahlzeit in der Klosterschule wurde das zweite Ausflugsziel, die Dorfkirche "Peter und Paul" in Berge angesteuert.
Hier wurden die Ketziner vom Mitglied des Gemeindekirchenrates Brigitte Richter empfangen. Sie erläuterte die Geschichte der Kirche. Diese kleine Dorfkirche ist im Gegensatz zu anderen evangelischen Kirchen recht prunkvoll eingerichtet. Besonders fällt der Kanzelaltar durch seine Schönheit auf. Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten gibt es eine Besonderheit unter den Gedenktafeln für die in den vergangenen Kriegen gefallenen Bürger des Ortes. Nach der Wende wurde eine Tafel angebracht, auf der die Namen der Opfer des 2. Weltkrieges verzeichnet sind. Nur sehr wenige Orte haben solche Tafeln mit den Namen der Gefallenen. Sie waren durch ein Dekret der Siegermächte verboten.
Größtes Interesse für Touristen genießen jedoch die in einer Gruft unter der Kirche liegenden zwei Mumien. Eine enge Öffnung, gesichert durch ein verschlossenes schmiedeeisernes Gitter an der Nordseite, bildet den Eingang zur Gruft. Eine steile Metalltreppe ermöglicht einen schwierigen Einstieg in den unterirdischen Raum. Es ist erstaunlich, wie selbst körperlich nicht mehr fitte Touristen, ihre Beeinträchtigungen ignorieren, um einen Blick auf die zwei mumifizierten Körper werfen zu können. Unklar bleibt, wer die Toten sind. Anzunehmen ist, dass es sich um Mitglieder des adligen Geschlechts derer von Hake handelt, die riesigen Landbesitz in den Landstrichen um Berlin hatten.
Es war ein erlebnisreicher Tag und wird sicher nicht die letzte Tour zu geschichtlich relevanten Orten gewesen sein.