Die Ausstellung ist das Ergebnis einer vorangegangenen Projektwoche, in welcher sechs Theaterkünstler der Thikwa, Werkstatt für Theater und Kunst der Nordberliner Werkgemeinschaft (nbw), einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, mit Künstlern aus dem Havelland vor Ort in der Kulturmühle Perwenitz zusammengearbeitet haben. Die Theaterkünstler der Thikwa sind Debbie Debrecina Arega, Fabian Bischoff, Torsten Holzapfel, Jasmin Lutze, Peter Pankow und Oliver Rincke. Ihre Aufgabe war es, gemeinsam mit den Künstlern der Kulturmühle, figürliche Großplastiken zum Thema "Zaungäste" aus Holz und Metall zu gestalten. Außerdem werden Arbeiten aus den Ateliers der Thikwa-Werkstatt ebenfalls in der Ausstellung gezeigt.
Passend zum Thema flankieren zwei mehr als mannshohe Figuren den Eingangsbereich der Kulturmühle. Links ist die Figur "Ariel" von Oliver Rincke zu sehen. Eine Holzarbeit mit Acryl farbig gestaltet, eher ein Fabelwesen denn ein Mensch. Freundlich im Antlitz. Rechts schaut die "Blechfrau" von Jasmin Lutze auf den Eingangsbereich. Eine Figur, aus Holz gefertigt, jedoch mit den verschiedensten Materialien kombiniert und ebenfalls mit Acryl farbig gestaltet.
Die Eröffnungsrede hielt Gudrun Venter, die Hausherrin der Kulturmühle. Dabei stellte sie die Förderung durch den Landkreis Havelland und die Havelländische Kulturstiftung, sowie der nbw und der Kulturmühle Perwenitz heraus. Besonders betonte Venter die gute Zusammenarbeit und Atmosphäre mit den Künstlern. "Diese haben oft zehn und mehr Stunden an den zurückliegenden Tagen gearbeitet. Unterstützt und angeleitet wurden die Theaterkünstler von Marieta Campos Gisbert und Álvaro Martínez-Alonso, die schon lange für die Thikwa arbeiten. Offen und warmherzig, auf Augenhöhe mit den Thikwas, leiteten sie das Projekt hochprofessionell."
Die Idee für diese Inklusionsarbeit kam von Gudrun Venters Tochter Antonia. Diese studiert soziale Arbeit in Berlin und absolvierte ein das Studium begleitendes Praktikum in der Theaterwerkstatt von Thikwa. Die dortige Zusammenarbeit und Atmosphäre auf Augenhöhe begeisterte Antonia sehr.
Auch die Theaterkünstler waren von der Atmosphäre angetan, so berichtete Peter Pankow: "Es war schön, hier in der Natur zu arbeiten und die Umgebung kennenzulernen. Wir haben uns die Mühe des Jahres gemacht und dabei sehr über die Gastfreundschaft gefreut. Wir haben dabei vergessen, dass wir behindert sind". Neben seiner Plastik stellt Pankow auch großformatige Zeichnungen in der Ausstellung vor.
Vieles wäre noch zu sagen. So über die Arbeiten von Torsten Holzapfel und seiner Inselbegabung. Ihn fasziniert die Infrastruktur der Menschen und deren U-Bahnen. An seiner Plastik "Berliner Diwa" findet sich auf deren Kleid das Berlin der 20er Jahre wieder, dahingegen auf der Rückseite die Trabantenstädte von Berlin.
Die sehenswerte Ausstellung ist in der Kulturmühle, Perwenitzer Dorfstraße 1, bis zum 16. August zu sehen. Die Öffnungszeiten sind samstags von 13 bis19 Uhr und sonntags von 11.30 bis 18 Uhr.