Bereits Ende 2019 übergaben der Landkreis Havelland, die Stadt Ketzin/Havel und die Havelländische Eisenbahn eine erste Machbarkeitsstudie für die Reaktivierung der Strecke Wustermark – Ketzin/Havel an Staatssekretär Rainer Genilke. Jetzt hat das Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg eine Potenzialanalyse vorgelegt, die stillgelegte Bahnstrecken und Bahnhöfe untersuchte. Betrachtet wurde dabei neben der Streckenreaktivierung auch die Wiederinbetriebnahme der Haltepunkte Groß Behnitz und Schönwalde-Dorf. Die Ergebnisse sind nicht richtig vielversprechend, vor allem wenn es um eine schnelle Umsetzung geht.

Ketzin/Havel landete nur in Gruppe zwei

So landete die Strecke Ketzin/Havel – Wustermark nur in der Kategorie B, bei der das „Potenzial für eine Bestellung im im Taktverkehr nicht eindeutig erkennbar“ ist. Damit schnitt die Strecke weitaus besser ab als andere, auf eine schnelle Umsetzung der Reaktivierung wird aber gewartet werden müssen. So stehen nun erstmal Machbarkeitsstudien und Kosten-Nutzen-Analysen für die vier in der Gruppe eins gelandeten Bahnstrecken an, bevor die Gruppe zwei mit Ketzin/Havel dran ist.

Görke fordert schnelle Planung

Der Landtagsabgeordnete Christian Görke (Die Linke) bemängelte dann auch in einer Stellungnahme, dass durch dieses Vorgehen bei der Ketziner Bahn noch weitere Jahre verschwendet werden würden, wo doch bereits eine Machbarkeitsstudie des Landkreises und der Havelländischen Eisenbahn vorhanden ist. Er fordert, da die Reaktivierung von Bahnstrecken vom Bund mit bis zu 90 Prozent gefördert werden würde, schnellstmöglich mit den Machbarkeitsstudien, der Planung und schließlich dem Bau zu beginnen.

Ketzin/Havel

Landrat sieht Potenzialanalyse als Erfolg

Landrat Roger Lewandowski (CDU) freute sich hingegeben über die Ergebnisse der Studie und versprach, dass der Landkreis die Machbarkeitsstudien zielführend begleiten wird. Er sieht das Ergebnis der Analyse als ersten wichtigen Schritt und Erfolg für das Havelland, auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt worden wären.

Keine guten Nachrichten für Groß Behnitz und Schönwalde-Dorf

Weniger gut sieht es erstmal für die früheren Bahnhöfe in Groß Behnitz und Schönwalde-Dorf aus. Sie landeten bei der Analyse der Reaktivierungshalte zwar in der zweiten Gruppe – „Potential für SPNV-Halt nicht eindeutig erkennbar“ noch vor „kein Potenzial erkennbar“, wurden jedoch, anders als Heidefeld (bei Rathenow) nicht für vertiefende Analysen empfohlen. Mit 17,7 Punkten landete Groß Behnitz hier auf dem fünften Platz, Schönwalde mit 8,0 Punkte gar nur auf dem elften Platz von 15 betrachteten ehemaligen Haltepunkten. Auf schnelle Machbarkeitsstudien oder gar Umsetzungen ist hier also erstmal nicht zu hoffen. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse werden in den neuen Landesnahverkehrsplan fließen, der derzeit für 2023 bis 2027 vorbereitet wird.