Das Vorhaben, die Strecke Hannover-Berlin auszubauen, wurde in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. 2018 wurde mit den Planungen begonnen. Planung und Ausführung erfolgen in zwei Stufen. Baubeginn für die Stufe 1 soll der Februar 2024 sein, mit einer Fertigstellung wird 2027 gerechnet. Bauabschnitt 2 soll 2034 fertiggestellt sein, die vollständige Inbetriebnahme im Dezember 2034 erfolgen. Die Gesamtkosten werden derzeit mit 530 Millionen Euro angegeben.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Elektrifizierung und der Ausbau auf eine Höchstgeschwindigkeitsstrecke von 160 km/h der Lehrter Stammbahn, Neubau und Elektrifizierung mindestens eines zusätzlichen Gleises im Streckenabschnitt Abzweig Ribbeck und Abzweig Bamme, eine Erhöhung der Schnellfahrstrecke von derzeit 200km/h auf zukünftig 250km/h im Streckenabschnitt zwischen Abzweig Ribbeck und Bamme sowie technische Aufrüstung, Erstellen neuer Gleise, Einbau neuer Weichen und vieles mehr.
Zusätzlichh werden derzeit noch weitere Varianten geprüft. Dazu gehört auch das Nadelöhr Wustermark. Hier wird die Möglichkeit geprüft, ob ein zweites Gleis für den Güterverkehr gebaut werden könnte. Das Gleis würde über eine Verbindungskurve, wie es sie schon einmal gab, über eine neu zubauende Brücke über den Havelkanal, führen. Die Idee dazu hatte die Gemeinde Wustermark geäußert und Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) bewertet es positiv, dass diese Möglichkeit als Variante aufgenommen wurde.
Im Zuge des Ausbaus der Lehrter Stammbahn könnte auch der Bahnhof Wustermark verlängert werden. Jürgen Bahn, der hier für die DB Netz informiert, stellt nicht nur die Varianten und Möglichkeiten vor. Viel muss geprüft, geschrieben und an die unterschiedlichen Behörden eingereicht werden, der Prozess der Planung ist lang. Eine gute Botschaft hat er im Gepäck, es droht keine Verzögerung durch die Großtrappen. Die Gleise, die durch das Schutzgebiet für die seltenen Vögel führen, sind von Schutzwällen umgeben. Der Platz reicht aus, um hier weitere Gleise zu verlegen, sagt Bahn, der bereits Gespräche mit dem Förderverein "Großtrappenschutz" geführt hat.
2034, eine Jahreszahl in weiter Zukunft. Für Tobias Bank (Die Linke) zu weit weg. "2034, das kann man niemandem zumuten. Was unternehmen sie, damit die Planungen früher stattfinden und damit auch der Baubeginn?" Jürgen Bahn verweist auf die vielen unterschiedlichen Behörden, die hier involviert sind. Früher fertig sein, das wäre aus seiner Sicht auch wünschenswert.
Michael Koch (CDU) möchte wissen, ob sichergestellt wird, dass die Probleme am Bahnhof Berlin-Spandau gelöst werden. Hierzu sagt Michael Aebeboe, Konzernbevollmächtigter der DB, dass der Bahnhof in Spandau nicht Teil dieses Projektes ist. "Es gibt Ideen, wie man den Bahnhof ausweiten kann," sagt er. Vorher wäre aber zu klären, ob Falkensee nun künftig mit der S-Bahn oder mit einem größeren Angebot durch den Regionalbahnverkehr erreicht werden soll. Falk Clausing, vom Team Öffentlichkeitsarbeit für Großprojekte der DB, versichert, dies war die erste, aber ganz sicher nicht die letzte Informationsveranstaltung der DB zur Strecke Hannover-Berlin. "Sie sollen regelmäßig informiert werden", sagt er. Tobias Bank bleibt dabei, 2034 ist zu spät. "Ich glaube, dass die Planungskapazitäten nicht ausreichend sind", sagt er und: "Es ist gut, dass es solche Veranstaltungen gibt."