Schon 2017 hatten die Ketziner Kommunalpolitiker die zunehmend absterbenden Baumhasel in der Ketziner Hauptmagistrale, der Rathausstraße, auf der Tagesordnung. Mangels Finanzen wurde bisher nichts unternommen. Nun hat sich das Problem weiter verschärft.

Bäume müssen ersetzt werden

Zehn Bäume mussten bereits gefällt werden, wovon die leeren Baumscheiben zeugen. Nach Angaben der Stadtverwaltung weisen neun weitere Baumhasel Vitalitätsverluste auf. Damit ist rund die Hälfte sofort oder demnächst zu ersetzen, wenn ein ansehnliches Straßenbild wieder hergestellt werden soll.

Nicht zu groß und trockenresistent

Darüber herrscht sowohl im Bauausschuss als auch im Wirtschaftsausschuss der Stadt Einigkeit. Auseinander gehen die Meinungen darüber, wie und mit welcher Baumart das möglichst langfristig erreicht werden könnte. Wegen der Straßenverhältnisse müsste diese nicht zu hoch und in der Krone nicht zu ausladend sein, und auch mit den Bedingungen wie Trockenheit klarkommen.

Vier Abschnitte mit verschiedenen Baumarten ohne Mehrheit

Franziska Röth von der Stadtverwaltung hat das gemeinsam mit einer Baumschule untersucht und entsprechende Vorschläge unterbreitet. Während die Mitglieder des Bauausschusses den städtischen Vorschlag, die Rathausstraße in vier Abschnitte zu unterteilen und auf den leeren Baumscheiben zwischen den noch vitalen Baumhasel in je einem Abschnitt junge Säulenahorn, Felsenbirnen, Hainbuchen und Ulmen zu pflanzen, fanden diese Variante die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses gleich aus mehreren Gründen überhaupt nicht sinnvoll.

Eine weitere Baumart ausreichend

Ein solches von der Stadt als Pilotprojekt bezeichnetes Vorhaben würde er aus mehreren Gründen nie befürworten, sagte Udo Feist. Es gäbe genug Forschungsergebnisse, die für die Situation in der Rathausstraße passende Bäume ausweisen. Da werde ein Pilotprojekt gleich mit fünf Baumarten nicht gebraucht. Die Bäume hätten Allee-Charakter, deshalb seien Baumhasel und eine weitere Baumart ausreichend.

Ästhetik einer Allee wichtig

Ähnlich äußerte sich Jamila Wichniarz. Schon aus ästhetischen Gründen seien für eine Allee fünf Baumarten sehr unzweckmäßig. Auch sie votierte für nur eine weitere Baumart neben den Baumhasel. Es gäbe genug Forschungsberichte der Uni Eberswalde, da bräuchte die Stadt ein solches Pilotprojekt nicht, ist auch ihre Meinung. Hainbuche wäre für einen derartigen Standort gut geeignet, meinte sie.

Investor würde Kauf der Bäume finanzieren

Einen ganz anderen Aspekt brachte Jürgen Tschirch in die Diskussion, das ist die Finanzierung. Es gäbe in der Stadt einen Investor, der den Kauf der Bäume kurzfristig finanzieren würde, wurde informiert. Trotzdem bleiben weitere Kosten, die nicht im Haushalt der Stadt enthalten sind.
„Für mich stehen angesichts der angespannten finanziellen Situation Ausgaben der Stadt für Sicherheit, beispielsweise die Feuerwehr, an erster Stelle. An zweiter Stelle die Bildung und dann erst Aufwendungen für Tourismus, sagte Tschirch. Er bezog sich damit auf den Hinweis, dass eine Stadt, die auf Tourismus setzt, durch ein ordentliches Stadtbild geprägt sein muss.

Votum für Hainbuchen als Ersatzpflanzung

Im Ergebnis dieser Diskussion gab der Wirtschaftsausschuss der Stadt mehrheitlich die Empfehlung, dass erstens der Allee-Charakter erhalten bleiben sollte, und zweitens, dass die Hainbuche als Ersatzpflanzung für die Baumhasel dienen sollte.