Am Montag begrüßte die Schuldirektorin die Gäste bei einem gemeinschaftlichen Frühstück. Nach einer Woche Sightseeing in Potsdam und Berlin sollten die Austauschschüler nun auch einen Einblick in das hiesige Schulleben bekommen. Außerdem erkundeten sie ihren Gastort, Reitstunde inklusive. Bei Nutellabrötchen und Orangensaft kommen die Schüler ins Gespräch, Hauptsprache ist dabei Französisch, "wir sprechen besser Französisch als sie Deutsch", erklärt die 14-jährige Lina stolz. Dabei ist man sich schon längst nicht mehr fremd. Bereits im April waren die Dallgower Schüler für zweieinhalb Wochen bei ihren Austauschpartnern auf der Insel im indischen Ozean zu Gast. Vorher hatten sie auch schon schriftlichen Kontakt.
Der Austausch, mittlerweile zu einem Aushängeschild der Schule geworden, ist der dritte dieser Art. Den Kontakt dafür stellte vor fünf Jahren das Deutsch-Französische Jugendwerk her, vom Kreis Havelland gibt es ebenfalls Unterstützung.
Das dies kein "normaler" innereuropäischer Austausch ist, wird schnell klar. Obwohl es Teil der Republik ist, lässt sich Reunion mit Festland-Frankreich kaum vergleichen. Zwischen Vulkanen, Sonne, Meer und Strand herrsche "ein komplett anderer Lebensstandard. Sie kommen mit viel weniger aus", wie Lina aus eigener Erfahrung bescheinigt.
Den Wert dieser interkulturellen Begegnung betonen die Lehrer auf beiden Seiten. "Die Kinder lernen eine ganz andere Kultur kennen. Sie hinterfragen ihre eigenen Werte, das stärkt die Toleranz", sagt Frau Lindenborn, die den Austausch gemeinsam mit ihren Kollegen organisiert hat. Auch auf französischer Seite ist man von den Gastgebern begeistert. "Für viele Schüler ist das der erste Kontakt mit Europa", meint Frau Nativel. Sie möchte ihren Schülern auch etwas Lust auf Fernweh machen.
Die Kinder setzen sich auch ganz konkret mit ihrem jeweiligen Gastland auseinander, auf dem Programm steht unter anderem ein Besuch im Kolonialmuseum. In der kommenden Woche besteigen die Austauschschüler dann wieder den Flieger gen Heimat. Auf die Frage, was denn der größte Unterschied zwischen dieser und Brandenburg sei, gibt es von Austauschschüler Terry eine klare Antwort: "Die Temperaturen!"