Bezugsfertig: In Falkensee ist am Freitag die erste Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende an der Kremmener-/Ecke Bergstraße nach rund neunmonatiger Bauzeit fertiggestellt worden. Eine Investitionssumme in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro musste dafür bereitgestellt werden. Während eines Rundgangs konnten sich geladene Gäste einen Überblick verschaffen. Landrat Dr. Burkhard Schröder (SPD) sprach mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik von einer Notwendigkeit, weitere Bauten im Landkreis Havelland realisieren zu müssen.Die ersten der 64 Flüchtlinge werden in Falkensee ab dem 15. Juni erwartet.
Laut Angaben von Havellands Landrat Burkhard Schröder hat sich die "Lage dramatisch zugespitzt". So müssen in diesem, statt 900 Flüchtlinge nun 1200 untergebracht werden. "Wir haben gedacht, es im Griff zu haben. Solche Bauten, wie hier in Falkensee können kurzfristig nicht überall entstehen. Wir stehen unter enormen Zeitdruck, insofern wäre es wünschenswert, wenn alle Städte und Gemeinden mitspielen- auch wenn das nicht einfach ist. Wir wollen nach Möglichkeit Lösungen im Konsens finden", betonte Schröder am Freitag.
Die beiden Gemeinschaftsunterkünfte in Falkensee können sich indes sehen lassen. Die Zwei- und Dreibettzimmer strahlen, sind lichtdurchflutet und in der Summe zeitgemäß mit Duschen und Küchenzeile ausgestattet. Ein kleingehaltener Gemeinschaftsraum und eine Waschküche in den zweistöckigen Unterkünften runden das Profil ab. Die Belegung soll nun schrittweise erfolgen. Familien mit Kindern werden ihr neues Domizil beziehen. Ein Wachdienst wird 24 Stunden lang vor Ort sein. Kameras, Stichwort Videoüberwachung, werden zudem eingesetzt, um die Sicherheit auch für die Flüchtlinge, die auf Hilfe angewiesen sind, wie Schröder betonte, zu gewährleisten. Rechtsextremen solle so Einhalt geboten werden. Die Willkommensinitiative in Falkensee etwa leiste schon jetzt in besonderer Weise hervorragende Arbeit. "Integration zu gewähren und das Miteinader zu fördern, ist von zentraler Bedeutung", sagt er. Es dürfe keine Langeweile für Flüchtlinge aufkommen.
Noch sei der Landkreis jedenfalls finanziell in der Lage, solche Gemeinschaftsunterkünfte oder notgedrungen auch Containerbauten zu finanzieren, wenngleich ein Nachtragshaushalt vonnöten sei. "Insgesamt ist das für uns natürlich eine Riesenanstrengung." Kritisch merkte er jedoch auch unverblümt an, dass das bestehende Asylrecht auch richtig angewandt und umgesetzt werden müsste, sollten Menschen keine entsprechenden Titel erhalten. Aber: "Politische Flüchtlinge wollen wir herzliche willkommen heißen." Indes will der Landkreis nach Möglichkeit nun doch von Notunterkünften wie Turnhallen absehen, ganz auszuschließen sei das zwar nicht, doch wünschenswert sei es auch nicht. Bürgermeister Heiko Müller brachte in seiner Ansprache zum Ausdruck, dass auch viele Deutsche Flucht und Vertreibung kennen. Er appellierte, die Flüchtlinge, die nach Falkensee kommen, zu unterstützen.