"Wir haben Erzählungen ausgewählt, die Leute bewegen, die im Land Brandenburg groß geworden sind und hier leben", erklärte Klaus Körner, der die Texte gemeinsam mit - dem nur zufällig namensgleichen - Matthias Körner zusammengestellt hat. "Gleichzeitig sollten die Texte auch eine Brücke zu Theodor Fontane, dem bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler des 19. Jahrhunderts, schlagen". Aus den eingereichten Texten haben die beiden erfahrenen Schriftsteller sehr unterschiedliche Arbeiten von 15 brandenburgischen und vier Berliner Autoren ausgewählt. Im "Kamingespräch" wurden drei Werke vorgestellt, musikalisch umrahmt von dem Potsdamer Saxophonisten Matthias Wacker.
Am Anfang stand der "Sommer im Westhavelland" von Rita König. Eine stimmungsvolle Textkomposition mit Erinnerung an eine Jugend in der märkischen Landschaft, in Wäldern, zwischen hohen Kiefern, aber auch mit Panzerspuren und Kasernen. Eine Geschichte mit überraschend tragischem Schluss. Jana Weinert las ihre "Skizzen aus der Mark Brandenburg". Die Autorin stammt aus Beeskow, einer Kleinstadt zwischen Berlin und dem Spreewald, mit der Fontanes Frau familiär verbunden war. Wie Rosinen in einen Kuchen hat Jana Weinert Erinnerungen in den Text gestreut und ist der Frage nachgegangen, was sie immer wieder in ihren Heimatort zieht.
Reichlich Beifall erntete die humorvolle Wanderreportage "Stille Tage in Prellebin oder Zu Besuch im Wanderland", von Erhard Weinholz. Nach dem Motto "Willst du mit Fontane wandern, setze ein‘ Fuß vor den anderen" hatte sich der Berliner Autor auf Fontanes Spuren begeben.
Für alle Zeiten verbunden mit Theodor Fontane und seinem Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" wird wohl die gleichnamige Familie bleiben. Fontanes Gedicht gilt als eines der bekanntesten in Deutschland. So bekannt, dass die Kinder der Familie schon manchmal stöhnen, berichtet Dietrich von Ribbeck. Als Gast des Kamingesprächs erzählte er aus der Familiengeschichte, die urkundlich bis in das Jahr 1237 belegt ist. So sei vermutlich der im 17. Jh. geborene Hans Georg von Ribbeck der großzügige Verteiler der Birnen gewesen, die damals auch zur Zuckergewinnung angebaut wurden. Der Nachfahre und ehemalige Lehrer Dietrich von Ribbeck arbeitet derzeit in Ribbeck an einem eigenhändig illustrierten Kinderbuch zum Gedicht und teilt gern sein Wissen um die Geschichte der berühmten Familie.
Das Buch "Zwischen Kiefern und Kasernen" verspricht ein besonderes Lesevergnügen und ist im Verlag für Berlin-Brandenburg erschienen (ISBN 978-3-947215-61-4). Es kostet 12,99 Euro.