Auf der Grundlage des Flächennutzungsplans können (verbindliche) Bebauungspläne aufgestellt werden, die dann erst Baurecht schaffen. Das Änderungsverfahren zum Flächennutzungsplan für die Kernstadt wird in mehreren Arbeitsschritten mit mindestens zwei Beteiligungsphasen durchgeführt und soll bis Oktober 2020 abgeschlossen werden. Die Änderung des Flächennutzungsplans für die Kernstadt ist erforderlich geworden, um die zahlreichen Anfragen bauwilliger Investoren im Sinne einer koordinierenden Stadtentwicklung zu steuern.
Nach intensiver verwaltungsinterner Vorbereitung und einer Informationsveranstaltung für die Stadtverordneten im August werden jetzt für den Vorentwurf des Flächennutzungsplans 14 Änderungsbereiche bearbeitet. Der Schwerpunkt der FNP-Änderung liegt dabei in der Stadterweiterung nach Südwesten und Süden sowie nördlich des Bahnhofs. Mit den neu darzustellenden Bauflächen könnte Nauen um bis zu 8.000 Einwohner wachsen. Diese Entwicklung wird nur nach und nach und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Der geänderte Flächennutzungsplan geht von einem Zeithorizont bis 2030 aus.
Da die tatsächliche Entwicklung nur schwer vorhersehbar ist, hat die Stadtverordnetenversammlung die Verwaltung aufgefordert, die neu dazustellenden Bauflächen zu priorisieren. Aufgrund bereits fortgeschrittener Planungsstände wird die erste Priorität der Umsetzung in dem Bereich zwischen Brandenburger Straße und Ketziner Straße liegen.
Neben den neuen Wohnbauflächen sind im Flächennutzungsplan auch die Hauptverkehrsstraßen, die die neuen Baugebiete an das örtliche Verkehrsnetz anbinden, darzustellen. Darüber hinaus gilt es, Vorkehrungen für die notwenige Infrastruktur zu treffen. Daher werden im Flächennutzungsplan auch Standorte für eine weitere Schule, eine Schulerweiterung, für eine Kita, für Spielplätze und für Naherholungsgrünflächen dargestellt. Die genauen Standorte der sozialen Infrastruktur stehend aber noch nicht fest.
Momentan sind das alles noch Vorüberlegungen, die jetzt mit der Öffentlichkeit und den Behörden diskutiert werden sollen. Die Bürger werden in einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 24. Oktober, um 18 Uhr in der Aula des Goethe-Gymnasiums die Gelegenheit haben, sich über den Vorentwurf der FNP-Änderung zu informieren. Das Planungsbüro Spath & Nagel, Berlin, das mit der Erarbeitung der Planunterlagen beauftragt ist, wird den Vorentwurf erläutern. Die Veranstaltung wird vom Beauftragten für bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung der Stadt Nauen, coopolis GmbH, begleitet. Auch die Verwaltung wird für Nachfragen zur Verfügung stehen.
Im Anschluss wird der Vorentwurf abschließend erarbeitet und in der Zeit vom 25. November 2019 bis 24. Januar 2020 zur Einsichtnahme offen liegen. Dann können auch schriftliche Stellungnahmen abgeben werden. Im Verlauf des nächsten Jahres gibt es zur öffentlichen Auslegung des Entwurfs erneut Gelegenheit dazu. Da stehe der genaue Zeitraum aber noch nicht fest.