Am Mittwoch erklärte die Stadtverwaltung im Hauptausschuss, wie sich die Situation derzeit auf dem sogenannten Campusplatz darstellt und welchen Erfolg die bisher eingeleiteten Schritte hatten. Das Areal wird regelmäßig bestreift, wie die Kontrollgänge im Amtsdeutsch bezeichnet werden. Allerdings, räumt Bürgermeister Heiko Müller (SPD) ein, mit mäßigen Erfolg.
Eine Zunahme von Gewalt, wie sie zumindest von manch Falkenseer gefühlt wird, verneint der Bürgermeister für den Platz. Es habe hier eher eine Verlagerung gegeben, vom angrenzenden Gutspark auf den Platz, sagt er. Dennoch "müsse man sehen, dass sich die gegenwärtige Situation nicht verfestige", so Müller weiter. Denn der Vandalismus auf dem Platz, so der Verwaltungschef, habe in den letzten Wochen zugenommen. "Wir müssen hier signifikant eingreifen", sagt er. Als wirksames Mittel nennt er ein Alkoholverbot für den Campusplatz.
Was die laute Musik angehe, sagt Müller, lässt sich schwerlich ein Verursacher finden. Das sei bei Beschwerden mit festen Wohnadressen anders. Auf dem Campusplatz haben es die Mitarbeiter des Ordnungsamtes schwer. Auch was den Alkoholkonsum angeht, es sei denn, die Personen sind deutlich sichtbar noch nicht volljährig. Ein mit Schildern ausgewiesenes Alkoholverbot und eine regelmäßige Kontrolle, um die Einhaltung zu gewährleisten, geben den Mitarbeitern von Ordnungsamt und Sicherheitsdiensten eine deutlichere Handhabe.
Wie erheblich die Verschmutzung auf dem Platz ist, schildert der Stadtverordnete Amid Jabbour (FDP). "An so manchen Montagmorgen liegt da ein regelrechter Scherbenteppich", beschreibt er seine Erfahrung. Wenn dann ein Kind rennt und stürzt, sei die Verletzungsgefahr erheblich, gibt er zu bedenken. Baudezernent Thomas Zylla sagt, eigentlich ist eine Firma beauftragt, die bereits vor Schulbeginn für die Beseitigung der Scherben auf den Gehwegen zuständig ist.
Ein Alkoholverbot kann sich Anne von Fircks (Grüne/Jugendliste) gut vorstellen. Allerdings müsse dies auch kontrolliert werden, sagt sie. Man habe gute Erfahrungen am See gemacht und meint das seinerseits durchgesetzte Grillverbot. Allerdings sehe sie damit nicht die Wurzel des Problems gelöst und fragt nach den in Falkensee aktiv gewesenen Streetworkern.
Tatsächlich gebe es hier laut Bürgermeister große personelle Probleme. Er bezweifelt allerdings auch, dass sich die dort aktiven Jugendlichen überhaupt auf ein Gespräch mit einem Streetworker einlassen würden. Diese Jugendlichen kommen nämlich, seiner Einschätzung nach, nicht nur aus Falkensee. "Das sind sehr viele Nicht-Falkenseer, die hier anrücken. Die haben gar keinen Anlass, mit einem hier tätigen Streetworker zu reden", sagt er.
Toni Kissing, der für den Jugendbeirat am Tisch sitzt, gibt zu bedenken, dass die Jugendlichen in Falkensee nicht viele Möglichkeiten haben, sich ungestört zu treffen. Er fürchtet eine Verdrängung der Jugend, eine Verlagerung des Problems. Peter Kissing (SPD) würde zu dem Thema gern einmal mit dem Falkenseer Polizeichef reden, ihn in den Ausschuss einladen, um dessen Sichtweise auf den Campusplatz zu erfahren. Eine kurzfristig umsetzbare und pragmatische Lösung hat Hans-Peter Pohl (CDU). "Ab 22 Uhr das WLan auf dem Platz abschalten."