Einen Tag bevor das Impfzentrum in Falkensee seine Arbeit am 1. April aufnimmt, konnten sich Pressevertreter schon mal ein Bild der Einrichtung in der Stadthalle machen. Es war quasi die offizielle Eröffnung, nur ohne Öffentlichkeit. Landrat Roger Lewandowski (CDU) berichtete noch einmal davon, was für ein langer Weg es gewesen war, bis zur Eröffnung dieses Impfzentrums.

Ursprünglich kein Impfzentrum im Havelland vorgesehen

So war im ursprünglichen Plan der brandenburgischen Landesregierung für den Landkreis Havelland gar kein Impfzentrum vorgesehen. Der Kreis hat sich aber schon früh darum bemüht, das zu ändern. Als sich im Januar die Möglichkeit bot, habe man diese ergriffen. Was an Falkensee anders ist als an den einst nur elf vom Land bestellten Impfzentren, ist die Organisation. Diese hat nicht mehr die KVBB, die Kassenärztliche Vereinigung, übernommen, sondern die musste der Landkreis selbst stemmen. Mit der Johanniter Unfallhilfe habe man einen kompetenten Partner gefunden, so der Landrat.

Zweite Impfstelle für Rathenow

Zeitgleich wurde auch für Rathenow eine Impfstelle in Zusammenarbeit mit den Havelland-Kliniken geplant. Diese ist bereits in Betrieb. Hier werden auf Einladung bestimmte Gruppen der Bevölkerung geimpft. Zuerst waren es Lehrer/innen, jetzt sind es Mitarbeiter aus Behinderteneinrichtungen. Damit sei diese Impfstelle schon ausgelastet, so Lewandowski. In Anbetracht steigenden Corona-Infektionszahlen, die es auch bald nötig machen könnten, dass die Klinik ihr Personal wieder vermehrt im Klinikalltag braucht, habe sich der Landkreis entschieden, in der Havelland-Halle in Rathenow eine weitere Impfstelle einzurichten. Diese soll ebenfalls mit Hilfe der Johanniter betrieben werden und für die normale Impfterminvergabe freigeschaltet werden.

Impfzentrum in Terminvergabe der KVBB eingebunden

Die Einbindung des Impfzentrums in Falkensee in die Terminvergabe der KVBB war übrigens Gegenstand zäher Verhandlungen, berichtete Roger Lewandowski. Erst als sich der Landkreis auch an die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und den Ministerpräsidenten wandte Dietmar Woidke (SPD) wandte, war die Systemanbindung an die KVBB schließlich möglich. So können Impfberechtigte ihre Termine für Falkensee unter der 116117 und online buchen.

Termine für Zweitimpfungen nicht verlegbar

Das gilt übrigens nur, wenn man noch keine Impfung erhalten hat. Es ist nicht möglich, seinen Zweitimpftermin umlegen zu lassen, nur weil nun wohnortnah ein Impfzentrum eröffnet hat. Dort, wo man seine Erstimpfung erhalten hat, muss man auch zur zweiten Spritze hin. Das sei mit dem Land und den anderen Landkreisen so abgesprochen.

Biontech-Impfstoff bis Mai gesichert

Geimpft wird in Falkensee zunächst der Impfstoff von Biontech/Pfizer. Dieser ist für April zugesagt. Ob ab Mai ein anderer Impfstoff, oder mehrere parallel, verimpft werden, steht noch nicht fest. Die Voraussetzungen dazu wären aber gegeben.
Rund 60 Bewerber für ehren- und hauptamtliche Tätigkeiten im Impfzentrum konnte Thomas Blümel, Leiter des Impfzentrums bei den Johannitern, bereits verzeichnen. Neben den Johannitern und Kräften des Stabsmusikkorps der Bundeswehr stellen auch 16 Ärzte aus der Umgebung ihre Arbeitskraft zur Verfügung.

Kinderärztin opfert Urlaub und Freizeit

Darunter die Kinderärztin Claudia Wolf aus Falkensee. Ihre Praxis befindet sich derzeit im zweiwöchigen Osterurlaub. Einige Tage davon wird sie nun im Impfzentrum verbringen. Auch danach will sie außerhalb ihrer Sprechstunden weiter helfen. Als Kinderärztin könne sie ihre Patienten noch nicht direkt vor den Folgen der Pandemie schützen, aber hier einen Beitrag zur Bekämpfung leisten, erklärte Wolf ihren Einsatz.

800 Menschen können pro Tag geimpft werden

Wenn alle sechs möglichen Impfstraßen betrieben werden - das hängt auch von der Verfügbarkeit des Impfstoffes ab - können in Falkensee etwa 800 Menschen pro Tag geimpft werden. Bei einer Ausweitung der Öffnungszeiten theoretisch auch bis zu 1.200. Eine bis anderthalb Stunden sollten zum Impftermin eingeplant werden. Ab 1. April wird auch am westlichen Rand ein Teil des Pendlerparkplatzes für Besucher des Impfzentrums gesperrt. Es wird sich, so der Stand am Mittwoch, um die ersten drei Parkstraßen handeln. Um dort Parken zu können, muss man die Bestätigung seinen Impftermins vorzeigen.

Impfzentrum auch Karfreitag und Ostersamstag offen

Da das Impfzentrum am 1. April erst eröffnet, hat man entschieden, auch an Karfreitag und Ostersamstag zu öffnen. Es würde keinen Sinn machen, jetzt anzufangen und dann wieder vier Tage zu pausieren. Da genügend Impfstoff da wäre, habe man sich entschieden zu öffnen.
Die Termine für die diese und kommende Woche sind bereits alle vergeben. Sobald nach Ostern die Zusage für die genauen Mengen der nächsten Lieferungen erfolgt ist, werden neue Termine frei geschaltet.
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