Eigentlich würde Dallgow in diesem Jahr groß feiern. Denn der Gemeindeteil Dallgow-Dorf wird 750 Jahre alt. Er ist damit der älteste der vier ehemaligen Ortschaften, die heute die Gemeinde Dallgow-Döberitz bilden und von denen drei noch existieren. Das heutige Dallgow-Dorf wurde 1271 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ihm folgen das heute noch namensgebende, aber nicht mehr existierende Döberitz (1273), das seit 2003 zur Gemeinde gehörende Seeburg (1282) und Rohrbeck (1313).
Die große Feier zum 750. Geburtstag wird nun allerdings nicht stattfinden. Grund ist, natürlich, Corona. Sie soll im kommenden Jahr nachgeholt werden, sozusagen 750+. Kleinere Veranstaltungen könnte es aber eventuell noch in diesem Jahr geben. Alles in Abhängigkeit der Pandemielage und wohl nur im Freien.

Gemeinde im Berliner Speckgürtel ist bei Familien beliebt

Mit seinen 750 Jahren ist die Gemeinde längst nicht altbacken. Im Gegenteil. Als Gemeinde im Berliner Speckgürtel wächst Dallgow beständig. Laut Homepage gab es im Januar 2021 rund 10.300 Dallgower und Dallgowerinnen aller Altersgruppen. Vor allem junge Familien haben sich hier in den vergangenen Jahren ihren Traum vom Eigenheim erfüllt. Auf der Gemeinde-Internetseite ist gar zu lesen, dass Dallgow die jüngste Stadt im Landkreis Havelland sei. Die Gemeinde ist so stark gewachsen, dass die Grundschule erweitert werden musste, um Platz für alle Kinder zu bieten. Dallgow verfügt über insgesamt sieben Kindertagesstätten. Eine davon, die Kita Schlumpfenland, bekommt derzeit ein komplett neues Haus gebaut. Die Kids werden übergangsweise in der Wilmsstraße betreut.

Seniorenbeirat setzt sich für Belange der Älteren ein

Aber auch die Senioren werden nicht vergessen. Gleich gegenüber des Bahnhofs sind kürzlich seniorengerechte Wohnungen entstanden. Wer nicht mehr allein oder mit Hilfe zu Hause wohnen kann, der findet vielleicht einen Platz im Seniorenzentrum St. Johannes der Caritas. Für die Belange der Senioren setzt sich der Seniorenbeirat im Ort ein. Bevor die Pandemie dem ein vorläufiges Ende setzte, waren die vom Beirat organisierten Tanznachmittag äußerst beliebt - auch über die Gemeindegrenzen hinaus.

Sven Richter ist seit Jahresanfang Bürgermeister

Seit Anfang 2021 lenkt Sven Richter (CDU) als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde. Er ist als Nachfolger des aus Altergründen ausgeschiedenen Jürgen Hembergers gewählt worden. Eines der großen Projekte, die in diesem Jahr neben dem Kitaneubau umgesetzt werden, ist der Bau des neuen Bauhofs im Artilleriepark. Dort wird es bald sichtbar losgehen, denn die Vergaben an die Firmen stehen auf der Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung am 24. März.
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Döberitz


Döberitz, ein Dorf, dass es nicht mehr gibt. Das ehemalige Rittergut wurde 1895 enteignet, als der Truppenübungsplatz Döberitz angelegt wurde. Alle Einwohner mussten das heute in der Döberitzer Heide gelegene Dorf verlassen und Gehöfte, Gut und Kirche zurück lassen. Für ein rund zwölfjähriges Intermezzo wurde ab 1945/46 noch mal auf der alten Dorfstelle gesiedelt, doch das russische Militär beanspruchte schließlich den Platz für sich und das Dorf wurde endgültig zur Wüstung. Heute ist die ehemalige Dorfstelle nicht mehr erreichbar, denn sie liegt inmitten der mit Zäunen gesicherten Wildniskernzone der Döberitzer Heide.