Zu einem etwas anderen, weil digital stattfindenden, Jahrespressegespräch luden die Havelland-Kliniken Unternehmensgruppe und ihr Geschäftsführer Jörg Grigoleit an diesem Freitag ein. Im Fokus stand dabei auch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf Kliniken und Pflegezentren der Unternehmensgruppe.

52 Corona-Patienten in den Kliniken verstorben

Am 18. März 2020 wurde in den Havelland-Kliniken der erste Corona-Patient behandelt. Insgesamt sind es seit Pandemie-Beginn 252 Corona-Patienten, die stationär aufgenommen wurden (Stand 11. Februar 2021). 159 konnten bereits wieder entlassen werden. 52 Patienten starben an oder mit dem Corona-Virus in den Havelland-Kliniken, davon 48 in Nauen und vier in Rathenow. Insgesamt starben seit Pandemiebeginn 122 Havelländer im Zusammenhang mit Corona. 14 Patienten wurden aus den Havelland-Kliniken in andere Einrichtungen verlegt. Somit werden aktuell 27 Patienten stationär behandelt.

Rathenow war lange Zeit Non-Covid-Haus

Zu Beginn der Pandemie war der Klinik-Standort in Nauen zum Covid-Haus und der Standort in Rathenow zum Non-Covid-Haus erklärt worden. Das heißt, über viele Monate wurden ausschließlich in Nauen Corona-Patienten auf einer Isolierstation betreut. So bündelte man das personelle Know-How und die technische Ausstattung für die Beatmungsplätze. Im Dezember wurde dann klar, dass die immer wieder erweiterten Kapazitäten in Nauen allein nicht ausreichen und es wurde eine Covid-Station mit 20 Betten und einem Beatmungsplatz in der Rathenower Klinik eingerichtet.

Bettenkapazität der Isolierstation in Nauen gesenkt

In dieser Woche wurde aufgrund sinkender Infektionszahlen die Allgemeinverfügung aufgehoben, die regelte, wieviele Betten die Klinik für Corona-Infizierte zur Verfügung stellen muss. Wie Jörg Grigoleit betonte, habe man das auch an einer sinkenden Patientenzahl gemerkt. Daher wurden die Kapazitäten auf 39 Betten und sechs Beatmungsplätze in Nauen und 20 Betten und ein Notfall-Beatmungsplatz in Rathenow gesenkt. Grigoleit betonte aber, dass man jederzeit und binnen 48 Stunden in der Lage sei, die Kapazitäten wieder zu erhöhen.

Normalstationen mussten immer wieder geschlossen werden

Derzeit werde versucht, einen Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen wieder durchzuführen. Einschränkungen in diesem hatte es im Frühjahr und Sommer nicht gegeben. Erst im Herbst und Winter war es hier zu Engpässen gekommen. Normal-Stationen, wie auch die Psychiatrie, hätten regelmäßig kurzzeitig gesperrt werden müssen, weil dort Covid-Infektionen aufgetreten sind. So konnten aber größere Ausbrüche in den Kliniken vermieden werden - anders als im Ernst-von-Bergmann-Klinikum in diesem Frühjahr. Es sei viel Disziplin nötig gewesen, so Grigoleit. Auch in den Pflegeheimen sei es gelungen, größere Ausbrüche zu vermeiden. Allein in Premnitz und im Stadtforst in Rathenow habe es ein größeres Infektionsgeschehen gegeben. Insgesamt erkrankten 73 Bewohner an Covid-19, sechzehn verstarben.

77 Prozent der Pflegeheimbewohner geimpft

Bereits zum Ende des vergangenen Jahres konnte in der Unternehmensgruppe eine Impfkampagne in den Pflegeeinrichtungen gestartet werden. Hier lobte Grigoleit nochmal die gute Zusammenarbeit durch Ärzte und Apotheker aus der Klinik mit den Seniorenpflegeeinrichtungen vor Ort. Zur Zeit sind 77 Prozent der Bewohner in den Heimen zweifach gegen Corona geimpft. Von den insgesamt 2.151 Mitarbeitern der gesamten Unternehmensgruppe haben 1.099 (51 Prozent) bereits ihre zwei Impfungen erhalten.

Nauen

Eine zweite Impfkampagne soll noch im Februar starten, dann werden nochmal rund 100 Mitarbeiter geimpft, die nach den Vorgaben der Regierung impfberechtigt sind. 100 weitere, die gerne geimpft werden möchten, dürfen dann erstmal nicht mehr an der Kampagne teilnehmen, weil sie nicht zum richtigen Personenkreis gehören. Verimpft wird dann auch das Produkt der Firma Astrazeneca, zuvor war der Biontech-Impfstoff zum Einsatz gekommen.
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