Erarbeitet wurde die Konzeptvorlage von einer 18-köpfigen Arbeitsgruppe der Stadt, in der gerade mal ein Jugendlicher vertreten ist. Um den Einfluss der Betroffenen zu stärken, haben die lokalen Gruppierungen "Partnerschaft für Demokratie" und "Jugendforum" zusätzlich rund 800 Schülerfragebögen ausgewertet, in denen sich Meinungen und Interessen der Jugendlichen direkt widerspiegeln.
Weitere Ideen sollen nun bei der Veranstaltung in der Kantschule eingeholt werden. Luise Herbst von der Stadtverwaltung und Matthias Hoffmann von der "Partnerschaft für Demokratie" eröffnen die Veranstaltung. An elf Tischen werden von je einem Moderator Vorschläge zu verschiedenen Fragestellungen gesammelt. Die jugendlichen Teilnehmer lassen sich nicht lange bitten. Ideen sprudeln an allen Tischen, besonders aber zu den Themen "Schlafstadt Falkensee oder Party- und Proberäume?", "Wie komme ich an Informationen? Was geht wo?" und "Wie kann ich mitbestimmen, was sich in Falkensee ändern soll?". In rund 40 Minuten sind elf große Blätter gefüllt, die nun an Pinnwänden befestigt werden. Die Moderatoren stellen die interessantesten Ideen vor.
Einiges klingt sehr bekannt und betrifft nicht nur die Jugendlichen, wie z.B. die Probleme der Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr. Besonders nachts geht da fast gar nichts. Das Hallenbadprojekt ist auch für Kinder und Jugendliche von besonders großem Interesse. Aber das Waldbad gegen überdachte 50m-Bahnen mit reinem Sportcharakter eintauschen möchte keiner. Dafür ist das Freibad als sommerlicher Treffpunkt mit Spaß, Spiel und Sport viel zu beliebt.
Überwiegend sind es jedoch ganz praktische Fragen und Anregungen aus dem Alltag der Jugendlichen, die gesammelt wurden. Eine betrifft die Veranstaltung selbst: "Warum findet das hier nicht im Unterricht statt? Schließlich haben wir ein Fach Politische Bildung und da gehört das doch hin. Die Beteiligung wäre dann viel höher." Weiter geht es mit Fragen, wie z.B. "Warum ersetzt man nicht die ständig zerrissenen Tornetze auf den Bolzplätzen durch Drahtgeflecht?", "Kann man mehr Ausbildungsplätze für Tischler und Mechatroniker in der Stadt schaffen?" oder "Wie kann man die Wartezeiten für Kurse an der Musikschule verkürzen?" Weil es so viele junge Bands in Falkensee und Umgebung gibt, wird ein Contest in der Falkenseer Stadthalle vorgeschlagen. Die Organisation würden die Schüler selbst übernehmen, aber die Halle und alles was damit verbunden ist, kann nur die Stadt stellen. Man könnte Künstler einladen, also Treffen von Schülern mit Profis. Aufgenommen wurden auch Wünsche nach einem Tennis-Hartplatz und selbstverwalteten Treffpunkten und Räumen unter der Betreuung von Streetworkern.Viele gute Anregungen sind zusammengekommen. Luise Herbst bedankt sich. Sie wolle alles aufnehmen, um es bei der Abschlussredaktion des Jugendkonzeptes zu diskutieren. "Natürlich werden sich nicht alle Wünsche umsetzen lassen. Wir werden uns aber gründlich damit auseinandersetzen. Für das, was möglich und umsetzbar ist, werden wir uns stark machen", verspricht die Beigeordnete und Dezernentin für das Bürgeramt, die Ordnungs- und Schulverwaltung. Das fertige Jugendkonzept soll demnächst an die Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss weitergereicht werden. Über den weiteren Fortgang gäbe es Informationen auf den Webseiten der Stadt. In diesem Zusammenhang erinnerte Luise Herbst daran, dass zu Beginn jeder SVV eine Fragestunde stattfindet, in der Positionen in Verbindung mit Fragestellungen direkt an die SVV gerichtet werden können.