Ortsvorsteher Ralph Bluhm (LWN), der den kleinen Besuchertross durch das Innere des engen und zugigen Turms führte, kündigte an, dass das instand-gesetzte Läutewerk erstmals zum Adventsmarkt am 30. November erklingen sollte und danach jeden Abend. Während der Christvesper am 24. Dezember soll es dann offiziell eingeweiht werden.
Für die technische Umsetzung sorgte Thomas Walter von der Glockenläuteanlagen und Turmuhren KG aus Luckau. "Neue Zifferblätter hat die Uhr ebenfalls bekommen. Nach der Sanierung im Jahr 2000 waren diese nämlich plötzlich verschwunden", erzählte der Ortsvorsteher. Nach einem Foto seien sie neu angefertigt worden. Nauens Bürgermeister Manuel Meger (LWN) verschaffte sich ebenfalls ein Bild von der technischen Anlage und freute sich für die Menschen im Ort, die jetzt wieder eine intakte Kirchenuhr im Ort haben.
Der Bürgerverein Markee und der Gemeindekirchenrat haben gemeinsam am 31. Januar den Beschluss gefasst, das Projekt Uhrwerk auf den Weg zu bringen, zu dem die Uhr, das Schlag- und auch das Läutewerk gehören. "Ohne Fördergeld wäre es gar nicht gegangen", sagte Bluhm. So habe man einst erfolgreich bei der LAG ein Antrag auf Leader-Mittel gestellt. Für Johannes Funke, Vorstandsmitglied der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), sind die "Kleinen lokale Initiativen (KLI)" mit ihren 5.000-Euro-Geldspritzen sozusagen Neuland. "In anderen Kreisen Brandenburgs gibt es die KLI bereits, für unsere LAG ist es in diesem Jahr das erste Mal, dass wir diese Mittel erhalten haben. Es ist schon eine tolle Sache, wenn man sieht, dass in einem verabredeten Zeitraum mit diesen 5.000 Euro von der EU und über andere Geldgeber dann insgesamt 9.000 Euro daraus werden", freute sich Funke.
"Die Glocken haben den Zweck, die Menschen zum Gebet aufzurufen, und ich freue mich sehr, dass dies jetzt hier auf schöne Art und Weise wieder funktioniert. Dies war auch der Grund, warum wir im Gemeindekirchenrat das Vorhaben unterstützt haben", sagte Pfarrer Neugebauer. Ortsvorsteher Bluhm lobte zudem die hohe Spendenbereitschaft. Er ist sich zudem ziemlich sicher, dass die Uhr in Markau ebenfalls wieder in Gang gebracht wird.
Historische Informationen zur Christuskirche Markee, die durch den Ortsvorsteher Ralph Bluhm zur Verfügung gestellt wurden: Seit 1381 ist die Kirche Tochterkirche zu Markau. Ehrenreich von Bredow hatte 1659 die Patronatsrechte über Markee und Markau vom Domkapitel Brandenburg gekauft. Die wertvolle Innenausstattung und der Bau selbst wurden mehrfach einer Renovierung unterzogen. In der Fachwerkkirche von 1697 befinden sich eine Altarkanzel samt Empore von 1704, ein Altarretabel aus der 2. Hälfte des 16.Jh., ein schwebender Taufengel (Petrus unterm Dach) und mehrere Kronenbretter aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahr 1866 wurde die Gruft für Heinrich Friedrich von Bredow errichtet, die Markeer Kirche von 1933 bis 1935 umgebaut. 1935 gestaltete der Kirchenmaler Robert Sandfort die Kirche. Die Farbgestaltung und das reiche Schmuckwerk geben diesem kleinen Gotteshaus sein besonderes Gepräge.