Es war in den Jahren 2003 und 2004 als die Anschläge des "Freikorps Havelland"(einer rechtsextremistischen Gruppierung), etwa in Nauen, Aktivitäten aus der Zivilgesellschaft heraus notwendig machten. 2005 schlossen sich die Mitstreiter des Bündnisses schließlich offiziell zusammen. Dass sich von Beginn an alle Parteien, die damals in der SVV vertreten waren, unterstützend eingebracht hatten, freut Gründungsmitglied Ulf Hoffmeyer-Zlotnik noch heute. Der 17. März 2005, als viele junge Menschen erfolgreich gegen Neonazis in Falkensee demonstriert hatten, markierte einen Meilenstein. Das sieht auch Falkensee Bürgermeister Heiko Müller (SPD) so. Er verwies am Dienstagabend darauf, dass die Zivilgesellschaft dank des Bündnisses gegen Rechts rechtzeitig kam, um eine drohende Katastrophe zu verhindern. "Die Aktivitäten der Stadt Falkensee gegen Rechts zeugen von einer lebendigen Zivilgesellschaft." Im Bündnis gegen Rechts machten ihn Persönlichkeiten wie Michael Richter-Kempin und Ulf Hoffmeyer-Zlotnik insofern stolz, "weil sie für breite Akzeptanz gegenüber Fremden beitragen." Lobeshymnen stimmte Andreas Mallè, Koordinator gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in der Stadtverwaltung, zudem auf Michael Richter-Kempin als den "Pfeiler" des Bündnisses an. Mallé sagte: Er investiert viel, zeigt ein unermüdliches Engagement und zeichnet sich durch ausgesprochene Hartnäckigkeit aus - ebenso durch seine penetrante Genauigkeit. Er kann das Strohfeuer von rechten Aktivitäten frühzeitig erkennen." Wenngleich der Sprecher des Bündnisses, Richter-Kempin, nicht überglücklich über die Fokussierung auf seine Person war, nahm er T-Shirts als Geschenk mit der Aufschrift "HOT head of tolerance" entgegen.
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Lesebeiträge von Schülern regten indes zum Nachdenken an. Merlin Struck (16 Jahre) vom Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) äußerte sich etwa erschreckend über die Zunahme des rechten Gedankengutes und benannte die große Anzahl von NPD-Plakate zur Wahl in Schönwalde. Dhara Ryguschik (17 Jahre) vom Vicco-von-Bülow-Gymnasium setzte sich lyrisch mit dem Begriff "Anders" auseinander. Martin Nyguyen (18 Jahre) von der Immanuel-Kant-Gesamtschule bezog sich auf den aktuellen "Naziauftritt" in Nauen. Johanna Fischer (17 Jahre) vom LMG brachte es auf Punkt: "Unsere Gesellschaft ist davon abhängig, sich gegenseitig zu helfen."
Übrigens: Vertreter des Bündnisses gegen Rechts, das etwa seit acht Jahren das Stadtevent veranstaltet, sind auch in der Initiative "Willkommen-in-Falkensee" vertreten. Deren Gesamtmitglieder, derzeit rund 150, wollen die in wenigen Wochen ankommenden Flüchtlinge aktiv willkommen heißen. Deren 50 Bürger sind bisher bereit, Patenschaften zu übernehmen.
Das Bündnis gegen Rechts besteht seit zehn Jahren erfolgreich: Grund genug, um mal zurückzublicken.F.: neu