Am Dienstag, 16. Februar, hat Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) die zehntausendste Einwohnerin im Rathaus der Gemeinde Wustermark begrüßt. Die 58-jährige Uta Nieder ist die zehntausendste Einwohnerin und hat damit die Gemeinde in den Club der Orte mit fünfstelliger Einwohnerzahl befördert. Dafür gab es Glückwünsche vom Bürgermeister und einen prall gefüllten Präsentkorb.

Von Seeburg nach Wustermark gezogen

Genau zehn Tage zuvor waren Uta Nieder, ihr Gatte und die beiden Hunde in eine Wohnung in der Akazienstraße gezogen. „Wir haben vor einem Jahr geheiratet und wollen hier in Wustermark zusammen etwas Neues für uns schaffen“, erzählt sie. Allzu weit hatten es die Umzugswagen nicht, das Paar hatte zuvor in Seeburg (Dallgow-Döberitz) gelebt. Nach Wustermark zog es sie, weil die Umgebung perfekt passt. Fast alles an einem Ort, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur und Natur sei fußläufig oder mit dem Rad zu erreichen, sagt Nieder.

Lebenswerte Umgebung und freundliche Nachbarn

Bei der Wohnortwahl spielte auch der Blick in die Zukunft eine Rolle. In direkter Nachbarschaft gibt es Versorgungsangebote für Senioren. Nieder, die beruflich im medizinischen Bereich und dort auch viel mit Senioren gearbeitet hat, wollte sicherstellen, dass ihre Wohnung auch dann noch lebenswerte Umgebung ist, wenn sich Einschränkungen in Mobilität und Gesundheit einstellen. Die Wustermarker Wohnung fand Nieder, wie sie erzählt, ganz schnell und ist glücklich mit der Wahl. Ganz besonders anheimelnd sei auch die neue Nachbarschaft. „Sehr freundliche Menschen“, sagt sie und erzählt, wie herzlich sie in der neuen Umgebung aufgenommen wurde.
Bei der Auswahl des Wohnortes ans Alter zu denken, dafür findet der Bürgermeister lobende Worte. Schreiber hebt bei der Gelegenheit die gute Entwicklung der Gemeinde hervor und freut sich, sagt er, nun die zehntausendste Einwohnerin begrüßen zu können. „Gesundes Wachstum ist immer gut“, versichert er und verspricht bei Sorgen oder Frage ein offenes Ohr zu haben.

Ehrenamt in der Gemeinde von Pandemie lahm gelegt

Die Chance nutzt Nieder denn auch gleich und sagt, dass sie im Internetauftritt der Gemeinde wenig zum Thema Ehrenamt entdeckt habe. Corona lasse auch das Vereinsleben ruhen, sagt Schreiber und setzt hoffnungsvoll hinterher, dass die Pandemie hoffentlich bald vorbei sei und das soziale Leben seine Wiederbelebung erfährt.
Und: In der Bibliothek werden noch Ehrenamtliche gesucht. In der frisch hegerichteten Bibliothek soll das Angebot erweitert und auch mehr neue Medien ins Programm genommen werden. Veranstaltungen, wie Lesungen, sollen das Bibliotheksleben bereichern, wenn dann nur endlich das Virus überstanden ist. Uta Nieder sagt, sie könne sich auch gut eine ehrenamtliche Beschäftigung mit Kindern vorstellen. Auch für ihre Leidenschaft des Tanzens wird sie noch ein Stückchen weiterfahren müssen. Aber wer weiß, vielleicht bringt das Paar den Swing nach Wustermark.

Mehr Einwohner bedeuten auch mehr Geld

Für das Überschreiten der Marke gibt es irgendwann auch mehr Geld. Allerdings werde man sich hier noch in Geduld üben müssen, sagt Bürgermeister Scheiber und verweist auf das Jahresende. Mit den Einwohnern wachsen die Aufgaben der Gemeinde. Schreiber sagt, vor zehn Jahren hatte die Gemeinde 30 Mitarbeiter. Inzwischen sind es rund 175. Mit den geplanten, im Bau und auf der Zielgeraden befindlichen Bauprojekten ist mit stetigen Bevölkerungswachstum in der Gemeinde zu rechnen.

Wustermark bereits 1212 erstmals urkundlich erwähnt

Vor zehn Jahren waren es noch rund 7.900 Einwohner, laut Wikipedia. Für das Wendejahr 1989 gibt das Internetlexikon 1.401 Einwohner an. Allerdings gehörten da Wernitz, Buchow-Karpzow, Elstal, Hoppenrade und Priort noch nicht zu Wustermark. Wustermark gilt als ältester Ortsteil der Gemeinde. Bereits in einer Urkunde von 1212 wird die Schenkung des Landstückes „Wustermarke“ erwähnt. Damals wie heute galt Wustermark als bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Wie viele Menschen damals in „Wustermarke“ im „Hohen Havelland“ oder auf „Auf der Heide“, wie das Havelland damals genannt wurde, lebten, ist nicht ganz so genau bekannt.